Nähere Information zu den Ortsfamilienbüchern sowie rund um die Familienforschung sind zu finden auf der Homepage der Bezirksgruppe Odenwald in der Hessischen familiengeschichtlichen Vereinigung unter http://ourewald.de/stammtisch/index.htm
Die Odenwälder Familien Hotz stammen aus der Schweiz. Aus wirtschaftlicher Not siedelte nach dem Dreißig
jährigen Krieg Oswald Hotz aus Dürnten in den Odenwald über. Ausgehend von seinen drei Söhnen Jakob, Rudolf und Hans Heinrich entstanden fünf Odenwälder Hauptlinien, die allesamt heute weiter bestehen.
Die Ein- und Auswanderungsgeschichte der Region am Beispiel der Entwicklung der Familie Hotz thematisierte der jüngste Stammtisch der Bezirksgruppe Odenwald in der Hessischen familiengeschichtlichen Vereinigung in Michelstadt. Das Kommen von mehr als 30 Gästen wertete Organisator Heiner Wolf als Beleg dafür, welch starkes Interesse dem Thema Familiengeschichte und Ahnenforschung nach wie vor entgegen gebracht wird. Als Referent gewonnen hatte die Gruppe Jürgen Woodfin (Dieburg), der die Hotz-Historie erforscht hat.
Wie aus einem Bericht der Regionalforschungs-Institution hervorgeht, spannte der Kenner einen weiten Bogen vom Ursprung der Familie im Kanton Zürich bis zu den einzelnen heutigen Linien dieser weit verzweigten Sippe. Anstoß für seine umfangreichen Untersuchungen hatte ihm die Teilnahme an einem der regelmäßigen Zusammentreffen des „Familienverbandes der Odenwälder Familien Hotz“ gegeben, der 1926 gegründet wurde; heute ist Woodfin der Genealoge dieser Vereinigung.
Über die Jahre hat der Familienforscher Daten zu mehr als 4500 Hotz-Namensträgern ermittelt, die heute über die ganze Welt verstreut leben. Als die fünf weiter existenten regionalen Hauptlinien in der Nachkommenschaft der Schweizer Einwandererfamilien nannte Jürgen Woodfin die Beerfelder, Fränkisch Crumbacher, Vielbrunner, Reichelsheimer und Kirchbrombacher Gruppen.
Wie die Beschäftigung mit deren Geschichte zeigt, war für viele Nachkommen des Oswald Hotz auch das Leben in der neuen Heimat nicht immer einfach. So haben die großen
deutschen Auswanderungswellen des 19. Jahrhunderts viele Angehörige der Sippe Hotz in die Ferne getrieben. An verschiedenen Beispiele skizzierte Woodfin, dass es dabei nicht immer geplant und geradlinig zuging. So landete eine Familie versehentlich in Liverpool, da sie bei der Abfahrt am Auswanderungshafen das falsche Schiff zugewiesen bekam.
Ein Hotz-Namensträger war Mitglied einer Blaskapelle, deren Mitglieder bei einer Tournee in Australien zum größten Teil die Rückreise verweigerten und sich aus dem Staub machten, da sie wahrscheinlich in Deutschland ansonsten zum Kriegsdienst eingezogen worden wären. Im Anschluss stand der Referent den Anwesenden mit seinen Erfahrungen Rede und Antwort; auch der Austausch zwischen den Familienforschern kam nicht zu kurz.
Andreas Stephan, Mitorganisator des Stammtischs, machte darauf aufmerksam, dass inzwischen fünf weitere Ortsfamilienbücher aus dem Odenwald im Internet verfügbar sind.
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