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Breuberger Land wird zum Auenland

Fantasie: Deutsche Tolkien-Gesellschaft richtet auf der Burg bei Neustadt ihr Treffen aus – Auch Angebote für Interessierte

Den Autoschildern nach zu urteilen, die an diesem Wochenende auf dem Parkplatz unterhalb der Burg Breuberg zu sehen waren, kamen die Gäste aus allen Teilen Deutschlands, einige ...
NEUSTADT.
In der Jugendherberge der Burg Breuberg präsentiert beim viertägigen Treffen der Deutschen Tolkien-Gesellschaft  Heike Schmidt alias "Celendrea" (eine der Frauen des „Costume Empire“) ihre Nadelmalerein, eine Stickart, die in Workshops erlernt werden kann und in der Tat so aussieht, als sei es eine durchgängige Linie.  In ihren historische Gewändern wirkt sie  selbst  wie eine Hobbit Frau.  Foto: Patricia Pitz
In der Jugendherberge der Burg Breuberg präsentiert beim viertägigen Treffen der Deutschen Tolkien-Gesellschaft Heike Schmidt alias "Celendrea" (eine der Frauen des „Costume Empire“) ihre Nadelmalerein, eine Stickart, die in Workshops erlernt werden kann und in der Tat so aussieht, als sei es eine durchgängige Linie. In ihren historische Gewändern wirkt sie selbst wie eine Hobbit Frau. Foto: Patricia Pitz


Den Autoschildern nach zu urteilen, die an diesem Wochenende auf dem Parkplatz unterhalb der Burg Breuberg zu sehen waren, kamen die Gäste aus allen Teilen Deutschlands, einige auch aus Österreich und Holland – im echten Leben jedenfalls. In diesen Tagen jedoch spielte sich das Leben der etwa hundert Tolkien- Anhänger in Mittelerde ab, der phantastischen Welt aus John Ronald Reuel (J.R.R.) Tolkiens „Herr der Ringe“.
Mit dem sogenannten „Tolkien Thing“ zelebriert die Deutsche Tolkien-Gesellschaft alljährlich das Herzstück ihres Vereinsjahres: ein großes, viertägiges Treffen, um den Geist und die Vielfältigkeit der Handlungen, Schauplätze und Charaktere der Saga mit zahlreichen Aktivitäten zum Leben zu erwecken. Dem Verein, der nach eigenem Bekunden der Größte seiner Art in Deutschland und Dachverband für diesbezügliche Interessengruppen ist, geht es vor allem um das literarische Werk des britischen Erfolgsautors, weniger um die Filme, durch die aber viele neue Mitglieder ehemals auf den Verein aufmerksam wurden. Vermutlich werde auch die derzeitige Verfilmung des kleinen Hobbit erneuten Zulauf mit sich bringen, so die Veranstalter.
Neu am mittlerweile 13. Tolkien Thing war und wird auch weiterhin sein, dass an einem der vier Tage die Angebote auch von (zumeist in der Region ansässigen) Nicht-Mitgliedern genutzt werden konnten. Konzerte, Vorträge, Hörspiele, Workshops, Kunstausstellungen, Karten-, Computer-, Brett- und Rollenspiele bieten ein anspruchsvolles Programm, bei dem die Grenzen aus literaturwissenschaftlicher und Hobby-Forschung, Fantasy, Mystik und Mittelalter gewollt fließend sind; die Kombination aus Forschung und fantastischer Dimension bietet eben unbegrenzte Möglichkeiten.
Was hat sich in der Literatur seit Tolkien an dem Bild der Elfen oder Elben gerändert? War Tolkien mit seinen sprechenden und sich zur Wehr setzenden Bäumen aus heutiger Sicht ein Umweltschützer? Oder kann Fantastik als Friedensstifter, weil Überbringer multikulturellen Verständnisses, fungieren? Dies sind nur einige der Fragen, die in Vorträgen behandelt werden. Das Anfertigen von Elbenschmuck, Symbol-Stickereien und Gewandungen bietet das „Costume Empire“, das auch für die gesamte Beschilderung, Beflaggung und Dekoration rund um die Mittelerdler zuständig ist. Auch das Brauen von Met (Honigwein) und „flüssiger Heilmittel“ sowie das Herstellen von Bienenwachskerzen kann in Workshops erlernt werden. Auf einem Marktplatz ist von außergewöhnlichen Büchern bis zu anklebbaren Elbenohren alles zu haben. Historischer Tanz, Filme, Musik und Geselligkeit füllen außerdem den Schauplatz Mittelerde mit Leben.

Nächstes Jahr sei die Jugendherberge zwar bereits ausgebucht gewesen, in Zukunft soll das Treffen jedoch immer auf der Burg Breuberg stattfinden, so die Veranstalter – sichtlich angetan von der majestätischen Schönheit der Odenwälder Burg. Verständlich: Die Burg gehört ja bekanntlich zu den größten und am besten erhaltenen Burgen im süddeutschen Raum. Und erst das Drum Herum: der Odenwald, mit seinen sanft abfallenden Hügeln und grünen Weiden könnte doch auch durchaus als Auenland durchgehen.

 

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  • 18. Juli 2011
  • Von Patricia Pitz
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