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Burgruine Schnellerts: Forschungsgemeinschaft finanziert Stabilisierung der Ringmauer

Die Forschungsgemeinschaft Schnellerts (FSG) ist für ihre Beharrlichkeit bekannt. Daran hat sich seit der Gründung des Vereins 1976 nicht viel geändert, wie auch die Hauptversammlung 2012 am Freitag in Stierbach zeigte.
STIERBACH.
Burgruine Schnellerts:  Im Vordergrund verlieren sich die Spuren der Ringmauer vorläufig noch im Erdreich, dahinter ist der frisch restaurierte Teil gut zu erkennen.  Foto: Kirsten Sundermann
Burgruine Schnellerts: Im Vordergrund verlieren sich die Spuren der Ringmauer vorläufig noch im Erdreich, dahinter ist der frisch restaurierte Teil gut zu erkennen. Foto: Kirsten Sundermann

Was sich bewährt hat, soll bleiben, finden die Freunde der rätselhaften Burganlage zwischen dem Brensbacher Weiler Stierbach und dem Brombachtaler Ortsteil Böllstein. Und deshalb wählten sie den Vorstand einstimmig wieder: Volker Thomasberger bleibt Vorsitzender und Felix Becker sein Stellvertreter. Barbara Dittmann fungiert weiter als Schriftführerin und Klaus-Peter Hölzer als Schatzmeister. Beisitzer sind Dietrich Fürst zu Erbach-Schönberg, Karl-Heinz Seibold und Alexander Braun. Georg Dascher wird Ehren-Beisitzer, Bauingenieur Detlef Reeg wissenschaftlicher Mitarbeiter.
2011 unternahm die Gruppe eine Zweitages-Exkursion nach Xanten. Zur Brensbacher Kerb und zum Weihnachtsmarkt waren die Ausstellungsräume im alten Rathaus mit Fundstücken vom Schnellerts sowie der Sammlung Hofferberth für das Publikum geöffnet. Doch sei der Besucherandrang an beiden Terminen „recht überschaubar“ gewesen, hieß es bei der Versammlung. Es sei zu überlegen, ob dieses Angebot beibehalten werden könne. Im Lauf des Jahres seien jedoch verschiedene Privatpersonen und Gruppen durch die Ausstellung geführt worden.
Die Exkursion 2012 ist für Samstag, den 12. Mai, vorgesehen. Ziel ist die Ausgrabungsstätte am Glauberg im Wetteraukreis. Vereinsmitglied Norbert Fischer, der als Grabungsleiter vom Hessischen Landesamt für Denkmalpflege bei der spektakulären Entdeckung des Keltenfürsten mit dabei war, wird die Gruppe führen. Zur Einstimmung darauf hatte es einen Vortrag gegeben.
Von Anfang an hat die heute 55 Mitglieder starke Forschungsgemeinschaft ihre Aufgabe darin gesehen, die Überreste der vermutlich im 13. Jahrhundert zerstörten Burg Schnellerts zu sichern und für die Nachwelt zu erhalten. Während der Sommermonate ist an jedem Samstagnachmittag zwischen 14 und 17 Uhr ein kleines Team vor Ort mit Sanierungs- und Säuberungsmaßnahmen zugange. Sein Hauptaugenmerk gilt derzeit der Stabilisierung der Ringmauer. Seit drei Jahren sind die Aktiven dabei, im Nordwesten die Fundamente freizulegen, um die Mauersteine von Wurzelwerk zu befreien. Die Arbeit wird in Handarbeit mithilfe einer kleinen Kelle erledigt und ist zeitaufwendig.
Ein Maurermeister aus Kirchbrombach hat im vergangenen Herbst einen fertiggestellten Abschnitt fachgerecht verfugt und einen kleinen Mauerkranz aus vorhandenen Steinen „ruinenmäßig neu“ wieder aufgemauert. Um die Ringmauer komplett zu schließen, fehlen noch rund zwölf bis 14 Meter, schätzt Thomasberger und weist darauf hin, dass es nach wie vor unklar ist, wie sich die Fundamente genau fortsetzen: Ob die Gesamtanlage also sechs Ecken hatte oder acht, oder ob es vielleicht auch eine bislang noch unbekannte Ausbuchtung gab. Die Arbeiten sollen in den nächsten Jahren in drei bis vier Bauabschnitten fortgeführt werden. So stolz die Gruppe auf das bislang Erreichte ist, so sorgenvoll sieht sie auf ihre durch die professionellen Maurerarbeiten arg geschrumpften Rücklagen. „Da wird sich der Vorstand noch einige Gedanken machen müssen“, war die Erkenntnis.
Einfach auf eine alte Burg zu gehen und dort zu buddeln, ist streng verboten. Die Forschungsgemeinschaft hat für ihre Sanierungsarbeiten von der Unteren Denkmalschutzbehörde eine Sondererlaubnis erhalten. Bei deren Erteilung spielte wohl auch eine Rolle, dass Burgbesitzer Fürst Dietrich von Erbach-Schönberg Vereinsmitglied ist.
Und worin liegt der Reiz dieser doch recht mühseligen Beschäftigung? Für Volker Thomasberger ist die Antwort klar: Die Burg ruft ihn. Er war erst 14 Jahre alt, als die Gemeinschaft gegründet wurde. Doch die Anlage, „von der man so wenig weiß und die so voller Sagen und Mythen steckt“, hat ihn seit jeher fasziniert. Auch Barbara Dittmann hat sich in vielen Jahren Mitarbeit zu einer begeisterten Hobby-Archäologin entwickelt. „Es ist unglaublich, was selbst kleinste Fundstücke wie Brand-Lehmklümpchen oder Tonscherben erzählen können“, sagt sie.

 

Artikel Text Laenge: 3975

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  • 16. April 2012
  • Von sun
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