Eine Dampflokfahrt über das Himbächelviadukt mochte die Bürokratie des 21. Jahrhunderts aushebeln können, der gewaltigen Bogenbrücke selbst aber war auch von dieser Fährnis der Zeit nichts anzuhaben. Im Gegenteil: Vor dem Hintergrund der Beeinträchtigung der Nostalgie-Bahnfahrt zu Ehren der Sandsteinbrücke durch das Veto des Eisenbahnbundesamts kam deren Unverwüstlichkeit besonders imposant zur Geltung.
So berechtigt Bauwerke wie die Überführung der Odenwaldbahn über das Tal des Himbächels an dieser Standfestigkeit gemessen werden, so sicher zeugt von der Leistung ihrer Erbauer aber auch ihre Optik. Und weil die Sandsteinbrücke zwischen dem Erbacher Stadtteil Ebersberg und dem Beerfelder Stadtteil Hetzbach beide Komponenten vorbildlich vereint, wird sie als eines von bundesweit bisher nur sechs »Historischen Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in Deutschland« gewürdigt. Im Sinne bauhistorischer Beachtung, aber auch heimatkundlicher und touristischer Aufmerksamkeit unter diesem Titel geführt werden darf das Viadukt seit dem Freitagmittag. Da nämlich haben Spitzenvertreter des Ingenieurwesens an einer Säule der Bogenkonstruktion jene Tafel enthüllt, die sie als Wahrzeichen ausweist.Der Präsident der Bundesingenieurkammer, Udo F. Meißner, und sein Kollege der hessischen Landesingenieurkammer, Jens Karstedt, beides promovierte Meister ihres Fachs, präsentierten das Schild unter Hinweis auf eben die technisch-ästhetische Beispielhaftigkeit der Brücke . Diese würdigten sie mit Blick auf ihre Errichtungsjahre 1880/81 als Ergebnis der Verbindung besonderen baumeisterlichen Muts mit erstaunlichem logistischen Vermögen. Nicht vergessen wurde dabei aber auch, dass erst Muskelkraft und Fertigkeiten der Bauarbeiter für die Verwirklichung sorgten.Für all das steht im konkreten Fall das Schaffen der Firma Karl Weißhuhn aus Troppau/Schlesien, die für die Hessische Ludwigsbahn den Auftrag zur Überbrückung des Himbächels ausführte, mit ihrem Chefingenieur Wiegand und ihren italienischen Arbeitern. Ihr Werk ist für die Ingenieurkammern bis heute ein Zeichen der Fähigkeiten ihres Fachs, deren öffentlicher Darstellung die Vorhaltung des Wahrzeichen-Titels schließlich nicht zuletzt dient.Politik, Gesellschaft und Bevölkerung des Odenwalds mit Landrat Dietrich Kübler, den Landtagsabgeordneten Judith Lannert und Michael Reuter sowie einiger Bürgermeistern an der Spitze war die Auszeichnung eines der Baudenkmäler ihrer Region so viel wert, dass die Feier bei zünftiger Bewirtung und Klängen der Jazzband Papa Papp's Rathaus-Ramblers Volksfestcharakter annahm.Dampflok darf beim Viadukt-Fest nicht fahren
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HETZBACH.
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