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Eindrucksvoll von Ballade bis Gothic

Konzert – Zweites Akustik-Festival im Kulturcafé lockt nur wenige Gäste an, doch die sind umso mehr begeistert

Dominik Wrana machte den Auftakt beim Akustik-Festival. Foto: Dagmar Mendel
Dominik Wrana machte den Auftakt beim Akustik-Festival. Foto: Dagmar Mendel
Erstklassige Musiker boten ein beeindruckendes Potpourri von Balladen bis Gothic-Rock: Zum zweiten Mal richtete der Verein Kulturcafé unter Federführung des Musikexperten Roland Sturm das „Akustik-Festival“ aus. Im mäßig besuchten Saal herrschte Begeisterung.
GROSS-GERAU.


Die Gitarre schien Teil von ihm zu sein, so schlafwandlerisch griff Dominik Wrana in die Saiten: Der Musiker aus Mannheim bot am Samstagabend den Auftakt des zweiten Akustik-Festivals im Groß-Gerauer Kulturcafé. Verantwortlich für die Auswahl der Solisten und Bands war Musikexperte Roland Sturm, der dem Vorstand des Vereins angehört. „Dominik Wrana begeistert durch seine Authentizität. Seine Songs kommen einfach glaubhaft rüber – sie haben ungeheure Intensität“, merkte Sturm an, der auf einem der vorderen Plätze an den Bistrotischen im Saal saß. Leidenschaftlich, doch stets unterlegt von der Melancholie des einzelgängerischen Abenteurers, erfüllte Wranas Stimme den Raum. Die selbst getexteten, englischsprachigen Lieder beschworen Stille herauf, befeuerten rockig oder machten mit leisen Tönen nachdenklich. Ein Touch Erotik kam auf, wenn Dominik Wrana gefühlvolle Passagen ins Mikrofon hauchte.

Im schummrigen Kulturcafésaal sah man Farbpunkte der Lichtorgel tanzen, selbstvergessen lauschten die leider nur wenigen Zuhörer der Musik. „Hab ich vielleicht zu wenig Werbung gemacht?“, sinnierte Organisator Roland Sturm. Wie auch immer: Wer anwesend war, kam in den Genuss eines Musikpotpourris vom Feinsten. „Die Ausschreibung für unser zweites Akustik-Festival lief über ein Internetportal. Mehr als 100 Solisten und Gruppen aus Deutschland haben sich beworben, vier hab ich ausgewählt“, erklärte Sturm. Nach den Kriterien gefragt, schmunzelte er: „Zugegeben, mein persönlicher Geschmack dominiert – zugleich hab ich drauf geachtet, Künstler der Rhein-Main-Region einzuladen. Für Anreise – etwa aus Berlin – ist die Veranstaltung schlicht zu klein.“

Auf Dominik Wrana folgte eine charismatische junge Frau in Hut und Jackett: Auch die Liedermacherin Nadine Fingerhut, die ihr Leben seit 2010 voll und ganz der Musik widmet, brauchte nichts als ihre Gitarre, um mit intensiven Songs zu überzeugen. Fragen nach dem Sinn des Lebens, Lieder von Liebe und Enttäuschung, von Lebensfreude und Angst kamen so echt rüber, dass man ihnen lauschte wie einer musikalischen Predigt. Eine tolle Stimme, Aufmunterung zum Klatschen bei peppigen Passagen begeisterten.

Manches Stück ist auf Nadine Fingerhuts erster CD zu hören – so etwa der bewegende Titelsong „Das Blaue vom Himmel“. Klasse auch, wie sie einen legendären Rocksong in Eigeninterpretation vortrug. Der Applaus belegte, dass man Nadine Fingerhut nur schweren Herzens von der Bühne ließ.

Zwei Power-Bands standen noch auf dem Programm. Die Gruppe „Scherf & Band“ aus Idstein mit dem Sänger und Rhythmusgitarristen Daniel Scherf sorgte mit Texten aus der eigenen Lebenswelt für Gänsehaut. Scherf schreibt in lyrischer sowie teils sprachlich legerer Manier. Rockige sowie sanfte musikalische Ummantelung waren harmonisch abgestimmt. Brillant waren die Musiker an Scherfs Seite – allen vorweg Gitarrist Fabian Schrade, der sonst für Drums zuständig ist, zudem Robin Brandt am Bass sowie Gastpianist Max Zehentbauer, der eindrucksvoll spielte. Den Ausklang des Akustik-Festivals machte heftiger, dröhnender Sound: Gothic-Rock aus Frankfurt wurde von „Elandor“ geboten, die ihren durchdringenden Sound melodisch ausfeilte. Dabei paarten sich die geballte Kraft des Rock und die schöne Tristesse des Gothic. Markus Kühnel war Sänger der lyrischen Texte.

 

Artikel Text Laenge: 3389

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  • 23. April 2013
  • Von lot
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