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Ausstellungseröffnung: In das Werk des künstlerisch aktiven Fotografen Stefan Heyne (rechts) führte Pedro Warnke (links), Sprecher der Kunstinitiative „GG 1973“ ein. Zu sehen ist die von der Initiative organisierte Präsentation bis Anfang Dezember im Groß-Gerauer Stadtmuseum. Foto: Cornelia Schlagau
GROSS-GERAU.
»Im Grunde ist Fotografieren wie Angeln. Du sitzt, rauchst, wartest bis etwas vorbeigeschwommen kommt. Fischst im Trüben, siehst nicht, ob und welcher Fisch an der Angel hängt.« So beschreibt Stefan Heyne sein Handeln in einem Interview. Weiter stellt er in dem Gespräch fest, dass Fotografie immer etwas mit Warten zu tun habe, mit einem leeren Kopf, mit Langeweile.
Diese Charakterisierung ist beim Betrachten von Heynes Arbeiten, die seit Freitagabend unter dem Titel »Gegendarstellung« im Groß-Gerauer Stadtmuseum zu sehen sind, nicht wirklich nachvollziehbar. Nicht das unverkennbare Abbild von Objekten bekommt das Auge dort zu sehen, sondern fotografisch geschaffene Bilder, die - wie Pedro Warnke als Sprecher der Groß-Gerauer Kunstinitiative »GG 1973« in seiner Einführung in die Ausstellung anmerkte - »auf klarste Weise die Kunst in der Fotografie zelebrieren«. Das Betrachten weckt Neugier, animiert dazu, auf Entdeckungsreise zu gehen.
Öffnungszeiten
Zu sehen ist die Schau »Gegendarstellung« mit Bildern von Stefan Heyne bis zum 5. Dezember im Groß-Gerauer Stadtmuseum. Öffnungszeiten: Mittwochs und samstags von 10 bis 12 Uhr, donnerstags von 14 bis 17 Uhr sowie sonntags von 11 bis 17 Uhr.
Der 1965 in Brandenburg an der Havel geborene Heyne, ehem
als Student der Szenografie an der Hochschule der Künste in Berlin und Meisterschüler von Volker Pfüller, betrachtet Dinge des alltäglichen Lebens durch die Linsen einer Fotokamera. Beim Blick durch das Objektiv fokussiere er mit ungemeiner Schärfe jenen unscharfen Moment, in dem Farben, Farbverläufe einen Raum aufzeigen, der mit mehr als nur den uns bekannten Dimensionen ausgestattet zu sein scheint, so Warnke: »Die Unschärfe verfügt über Energien, Auflösungskräfte, die den unmittelbar am Objekt befindlichen Raum urknallartig ausweiten.«
Was der Betrachter zu sehen bekomme, sei die sicht- und erfahrbar gemachte Manipulation am Objektiv einer Kamera, die die zu erforschenden Bilder auf der Fläche interpretiert. Das Foto der künstlich erzeugten Wahrnehmung beweise die Existenz von suggeriertem Raum, der wunderschön Bild sein könne, erläuterte Pedro Warnke: »In Kurven, konvex, konkav, Geraden, vertikal, horizontal, diagonal, an Kanten und in Flächen findet dieser Raum seine Ursprünge.« Ecken, Kanten, Licht und Schatten übernehmen das maßgebliche Rollenspiel, lassen nur vermeintlich sichtbar werden, was im abstrakten Abbild weitgehend unentdeckbar bleibt.
In der Präsentation der Groß-Gerauer Kunstinitiative zeigt Stefan Heyne eine Auswahl seiner neuen, zum Teil noch nicht öffentlich vorgestellten Arbeiten, die als Gegendarstellung zum Fotorealismus anzusehen sind. Sowohl im Kleinformat als auch im gut vier Quadratmeter großen Abbild.
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