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Besser einen großen Bogen machen

Spielplätze – Auf der Anlage in der Mariama-Ba-Straße in Ginsheim-Nord liegt vieles im Argen

Wozu ist das denn gut? Mit dieser Konstruktion lässt sich auf dem Spielplatz an der Mariama-Ba-Straße in Ginsheim Sand für eine mühlenartige Konstruktion transportieren.  Foto: Ralph Keim
Wozu ist das denn gut? Mit dieser Konstruktion lässt sich auf dem Spielplatz an der Mariama-Ba-Straße in Ginsheim Sand für eine mühlenartige Konstruktion transportieren. Foto: Ralph Keim
Spielplätze sind Orte der Kommunikation für Jung und Alt. In erster Linie sind sie aber für Kinder gedacht. Um den Spielplatz an der Mariama-Ba-Straße in Ginsheim-Nord sollten diese allerdings besser einen Bogen machen.
GINSHEIM.

„Wozu ist das denn?“ Der dreizehnjährige Philipp hat schon viele Spielplätze gesehen. Doch der Sinn einer Konstruktion, die er auf dem Spielplatz an der Mariama-Ba-Straße in Ginsheim-Nord vorfindet, bleibt ihm zunächst schleierhaft: Am Ende einer Kette baumelt ein Stück Reifen. Kette und Reifen lassen sich, montiert an einem Balken, hin und herbewegen. Doch sich auf den Reifen setzen, das sollte man tunlichst unterlassen: Bei größeren Kindern würde wahrscheinlich die Kette reißen oder aber der Holzbalken einkrachen.

Doch so langsam dämmert es Philipp: Mit dem Reifenstück lässt sich Sand transportieren. Diesen kann man durch eine mühlenartige Konstruktion rieseln lassen, deren Teile sich dann drehen. Sand statt Wasser – da steigen schnell die Staubschwaden nach oben. Was Philipp sofort auffällt: Das Holz der Klettergeräte macht keinen stabilen Eindruck. Einige Balken und Latten sind lose. „Wenn man da draufspringt, kann man durchbrechen“, mutmaßt er und kehrt den auch äußerlich eher marode wirkenden Holzgebilden schnell den Rücken. Immerhin: Zumindest die Schaukel macht nicht den Eindruck, dass sie jederzeit zusammenbrechen könnte.

Umsäumt ist der Spielplatz von Büschen. Darunter liegt das, was eigentlich in Mülleimern landen sollte und was auf einem Spielplatz mit Sicherheit nichts zu suchen hat: leere Bierdosen, Plastikflaschen, Papierreste und etwas, das wie ein Kondom aussieht. „Ja, machen Sie davon mal ein Foto“, echauffiert sich eine ältere Frau, die schon oft beobachtet hat, dass sich in den Abendstunden Jugendliche auf dem Spielplatz aufhalten. „Die hinterlassen diesen Dreck“, ist sie sich sicher. Kein gutes Wort hat sie auch für Hundehalter übrig. Und wenn man den ausgedörrten Rasen einmal genauer unter die Lupe nimmt, dann kann man auch verstehen, warum das so ist.

Eigentlich wäre der Spielplatz an der Mariama-Ba-Straße, der ein richtiges Schmuckstück zwischen der engen Bebauung sein könnte, eine gute Gelegenheit für die Anwohner, sich ehrenamtlich in Form einer Patenschaft zu kümmern.

Für solche Spielplatzpatenschaften machen sich die Grünen in Ginsheim-Gustavsburg seit geraumer Zeit stark. Doch beim zuständigen Fachbereich sieht man keine Notwendigkeit, zumal die Stadt mit früheren Patenschaften im Bereich Grünpflege bislang keine sonderlich guten Erfahrungen gemacht habe.

„Dennoch steht die Verwaltung entsprechenden Initiativen von Eltern oder Anwohnern offen und kooperationsbereit gegenüber“, heißt es in einer aktuellen Vorlage an den Magistrat. Allerdings seien bislang keine Patenschaftsanfragen für Spielplätze bei der Verwaltung eingegangen, heißt es auf ECHO-Anfrage. Bekannt sei dort auch, dass sich Jugendliche gerne auf Spielplätzen treffen. Dies könne man allerdings nie ganz unterbinden.

Weiterhin heißt es in der Vorlage, dass alle Spielgeräte wöchentlich überprüft werden. Die losen Holzbalken auf dem Spielplatz an der Mariama-Ba-Straße sind dabei aber wohl noch nicht entdeckt worden.

 

Artikel Text Laenge: 2963

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  • 20. August 2013
  • Von Ralph Keim
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