2003 war es geschafft. Die Kinder zogen Schuhe und Strümpfe aus und eroberten den neuen Fischerbrunnen. So erfüllte der Brunnen gleich einen Zweck, den Bürgermeister Rudi Müller bei der Einweihung genannt hatte: für Kinder begehbar und erlebbar zu sein.
Die Wasserstelle ist ein Werk von Bildhauer und Steinmetzmeister Hermann Freymadl. Für ihn spielte bei der Konzeption die Zahlensymbolik eine große Rolle: Zwölf Steine zählt die Einfassung, sieben Wellen durchfließen den Brunnen, drei Fische bilden die kleinste Größe einer Familie. Seine Philosophie zum Dargestellten aus Wasser als Element des Lebens in Symbiose mit „totem Stein“ ermögliche die Erfahrung von Gemeinschaft. Menschen hätten zu jeder Zeit mit Steinen Zeichen gesetzt und so die Vergänglichkeit von Leben und Ereignissen überwunden.
Der Brunnen wurde in Muschelkalk-Kernstein ausgeführt, in dem Calcid-Lagen zu erkennen sind, was ihm einen besonderen Reiz gibt. „Diese Lebensadern sind es, die die Einzigartigkeit der Materie ausmachen“, sagte der Künstler. Damit trage der Stein nicht nur die Handschrift von Steinmetz und Künstler, sondern zu allererst der Natur und ihres Schöpfers.
Das 1964 eingeweihte Vorgängermodell zur Erinnerung an die Zunft der Fischer war unansehnlich geworden, die Technik marode. 140 000 Euro haben der neue Brunnen und die Tiefbauarbeiten dazu gekostet.
Fischerbrunnen
GERNSHEIM.
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