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»Müssen Verantwortung übernehmen«

Kirche: Büttelborns evangelischer Pfarrer Burkhardt Lusky ruft bei seiner Amtseinführung dazu auf, sich zu engagieren - Traum von einer Gemeinde, die füreinander einsteht

Die evangelische Kirchengemeinde Büttelborn hat wieder einen eigenen Pfarrer: In einem Festgottesdienst in der vollbesetzten evangelischen Kirche Büttelborn ist am Sonntag ...
BÜTTELBORN.
Im Gespräch: Büttelborns neuer evangelischer Pfarrer Burkhardt Lusky (Dritter von links) unterhält sich im Garten des Gemeindehauses mit seinem katholischen Kollegen Joachim Respondek, der Kirchenvorstands-Vorsitzenden Else Trumpold und Dekan Tankred Bühler. Foto: Dieter Gölzenleuchter

Die evangelische Kirchengemeinde Büttelborn hat wieder einen eigenen Pfarrer: In einem Festgottesdienst in der vollbesetzten evangelischen Kirche Büttelborn ist am Sonntag der 54 Jahre alte Burkhardt Lusky von Dekan Tankred Bühler und den Kirchenvorstandsmitgliedern Else Trumpold und Heidemarie Ludolf offiziell in sein Amt eingeführt worden. Als Büttelborner Pfarrer wirkt Lusky, der zuvor in den Kirchengemeinden Griedel und Rockenberg in der Wetterau tätig war, bereits seit 1. August.

Vor der Gemeinde gestand Lusky, dass mit seiner Bewerbung auch Unsicherheit verbunden gewesen sei. Nach dem Vorstellungsgottesdienst am 2. Mai habe sich eine so lebendige Gemeindeversammlung entwickelt, wie er sie zuvor in seinem Berufsleben noch nie erlebt habe. Auf der Rückfahrt habe er sich dennoch gefragt, ob die Gemeinde so tolerant sei, sich darauf einzulassen, dass er mit seinem Lebensgefährten ins Pfarrhaus einziehe. Umso erfreuter sei er gewesen, dass der Kirchenvorstand sich einstimmig für ihn entschieden habe.

Die Entscheidung, sich in Büttelborn zu bewerben, habe sich bis jetzt als segensreich herausgestellt - und er sei zuversichtlich, dass dies so bleibe, sagte Lusky, der sich für die Predigt eine Stelle aus dem Ersten Buch Mose, Kapitel 28, ausgesucht hatte. Jakob, der die Rache seines Bruders Esau fürchten muss, weil er ihn mit List dazu brachte, das Erstgeburtsrecht zu verkaufen, befindet sich auf der Flucht. Im Traum erscheint ihm Gott, der ihm verspricht, ihn zu behüten. Mit Gottes Versprechen, ihm beizustehen, könne Jakob einer ungewissen Zukunft entgegengehen, sagte Lusky.

Er selbst träume von einer Christengemeinde, die nicht resigniere, sondern füreinander einstehe und sich in der Ökumene engagiere. Er träume von einer Gemeinde, die sich auf Gottesdienste freue, die lebendige Gruppen und Kreise habe. »Die Kirche ist nur so gut, wie wir es als ihre Glieder sind«, betonte Lusky. Unsere Gesellschaft habe sich zu sehr angewöhnt, Aufgaben zu delegieren. »Wir müssen lernen, wieder ein wenig mehr Verantwortung dafür zu übernehmen, was uns leben hilft«, so Lusky, der sich besonders freute, dass seine frühere Frau und seine drei Kinder zur Amtseinführung gekommen waren.

Im Gottesdienst, der von Organist Manfred Barthel, dem Kirchenchor und der Band »Formerly known as...« mitgestaltet wurde, hatte Dekan Bühler zuvor die Erzählung »Die Stachelbeeren« des russischen Schriftstellers Anton Tschechow ausgelegt und Überlegungen zum Thema Glück angestellt: Allzu häufig sähen Glückliche nicht die Unglücklichen neben sich. Mit dem Glück aber sei es ähnlich wie mit der Liebe: Nur wenn man es teilt, bleibe es erhalten.

Dem neuen Büttelborner Pfarrer wünschte Bühler, rasch heimisch zu werden. Nach einem Jahr und neun Monaten hätten die evangelischen Christen Büttelborns wieder einen eigenen Seelsorger. Luskys langjährige und beliebte Vorgängerin Christiane Dannemann, die sich Anfang 2009 hatte krank melden müssen, war im September vergangenen Jahres gestorben.

Beim Empfang im Gemeindehaus übergab Else Trumpold Pfarrer Lusky zwei Rosenstöcke als Geschenk. Bürgermeister Horst Gölzenleuchter hob hervor, dass an der Basis - ob nun in Politik oder Kirche - Kärrnerarbeit geleistet werde. Grüße der evangelischen Kirchengemeinde Klein-Gerau überbrachte Gisela Wollrab, während Luskys katholischer Amtskollege Joachim Respondek die Bereitschaft zur ökumenischen Zusammenarbeit bekräftigte.


 

Artikel Text Laenge: 3437

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  • 14. September 2010
  • Von mzh
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