Der Junge aus Erzhausen war zehn Jahre alt, als bei ihm ein Knochentumor entdeckt wurde. Während eines Fußballspiels hatte sein Trainer gemerkt, dass er humpelte. Die Diagnose stand schnell fest: Jerome durfte sein Bein nicht mehr belasten und musste sofort in die Universitätsklinik nach Frankfurt. Ohne Therapie, sagten ihm die Ärzte, hätte er nur noch ein Jahr zu leben.
„Von heute auf morgen war alles anders“, erinnert sich Silke Zimmermann. Auch ihrem Sohn war erstmal alles zuviel: Er verweigerte die Mitarbeit. „Jerome hatte damals mit allem abgeschlossen und lehnte jede Behandlung ab“, erinnert sich seine Mutter. Doch die Mitarbeiter des psychosozialen Teams der Uniklinik und die Familientherapeutin Berti Stahlecker vom Darmstädter Verein für krebskranke und chronisch kranke Kinder ließen nicht locker und überzeugten ihn schließlich. „Irgendwann sagt man einfach ja zu allem“, erzählt Jerome im Gespräch mit dem ECHO.
Sein linker Unterschenkel musste amputiert werden und er bekam eine Umkehrplastik: Sein Fuß wurde umgekehrt an den Oberschenkel genäht, damit die Ferse die Funktion des Knies übernehmen kann.
Trotz Chemotherapie entdeckten die Ärzte etwa ein Jahr später Metastasen in seiner Lunge und Jerome musste erneut operiert werden und wieder eine Chemotherapie machen. Auf Schule hatte er in dieser Zeit überhaupt keine Lust. Eine Stunde am Tag kam seine Religionslehrerin vorbei und gab ihm Nachhilfe. „Meistens lag ich entweder auf der Couch und schaute TV oder mir war schlecht, und ich musste mich übergeben“, erinnert er sich. Immer wieder kam es zu Komplikationen. Anfangs war er noch auf den Rollstuhl angewiesen, erst nach und nach lernte er wieder laufen. Seine Haarfarbe wechselte in dieser Zeit von blond zu dunkelbraun. Zwischendurch bekam er sogar kleine Löckchen – „das war die Chemo“, sagt er.
Tauchen ist für Jerome die beste Medizin
Medizin – Verein für krebskranke und chronisch kranke Kinder organisiert Familienreha und einen Tauchkurs
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Es waren schwere Zeiten für Jerome, für seine Eltern und auch für seine beiden jüngeren Schwestern. „Ohne Hilfe hätten wir es nicht geschafft“, erzählt Silke Zimmermann und schiebt den Satz nach, den viele Eltern von krebskranken Kindern sagen: „Wir wurden damals in ein dunkles Loch gerissen.“ Sie verbrachte viel Zeit in der Uniklinik bei ihrem Sohn, übernachtete auch dort, war bei jedem Eingriff dabei. Sein Vater besuchte Jerome so oft es ging in der Klinik. „Es war unser großes Glück, dass wir von vielen Menschen unterstützt wurden und Hilfe bekamen“, erzählt Silke Zimmermann.
Eine wichtige Stütze war in dieser Zeit auch Berti Stahlecker. Sie betreute Jerome in der Klinik und kam auch nach Hause, lenkte ihn ab, spielte mit ihm. Sie war es auch, die die gemeinsame Kur im Schwarzwald organisierte. „Da waren wir endlich wieder als Familie zusammen“, sagt die Mutter.
Jerome ging es immer besser. Allerdings fehlte ihm der Sport. Vor seiner Erkrankung war er leidenschaftlicher Fußballer und jedes Wochenende auf dem Platz.
Berti Stahlecker war es, die schließlich die Idee mit dem Tauchkurs hatte. Obwohl er mit Schwimmen bislang nichts am Hut hatte, traf sie damit voll ins Schwarze: „Unter Wasser kann ich mich frei bewegen und abschalten“, sagt Jerome begeistert. Außerdem herrsche unter Wasser Stille. Für ihn eine Wohltat – und allein die Aussicht auf Tauchstunden weckte seine Lebensgeister. Er paukte ein halbes Jahr lang Theorie und machte mit seinem Vater zusammen einen Grundkurs in Dieburg. Der Verein übernahm die Kosten. „Das war stark“, erzählt Jerome. Großen Spaß hatte er beim Spiel mit der Frisbee-Scheibe unter Wasser. Zum Abschluss des Kurses tauchte er sogar in einem See ab.
Heute ist Jerome ein sehr guter Schüler. Den verpassten Lehrstoff hat er längst wieder aufgeholt – und zwar ohne sitzen zu bleiben. Gerade hat er ein Praktikum bei einem Orthopädietechniker gemacht. Gehen klappt mit der Prothese schon sehr gut, über Fußball redet er allerdings immer noch nicht gerne. Leider musste er mit dem Tauchen erstmal pausieren, da er eine Mittelohrentzündung bekommen hat. Jerome hofft, trotzdem bald einen Kurs in Unterwasserfotografie machen zu können. An Silvester will Jerome es knallen lassen. In den vergangenen Jahren waren die Feste im Hause Zimmermann viel zu still.
Eine wichtige Stütze war in dieser Zeit auch Berti Stahlecker. Sie betreute Jerome in der Klinik und kam auch nach Hause, lenkte ihn ab, spielte mit ihm. Sie war es auch, die die gemeinsame Kur im Schwarzwald organisierte. „Da waren wir endlich wieder als Familie zusammen“, sagt die Mutter.
Jerome ging es immer besser. Allerdings fehlte ihm der Sport. Vor seiner Erkrankung war er leidenschaftlicher Fußballer und jedes Wochenende auf dem Platz.
Berti Stahlecker war es, die schließlich die Idee mit dem Tauchkurs hatte. Obwohl er mit Schwimmen bislang nichts am Hut hatte, traf sie damit voll ins Schwarze: „Unter Wasser kann ich mich frei bewegen und abschalten“, sagt Jerome begeistert. Außerdem herrsche unter Wasser Stille. Für ihn eine Wohltat – und allein die Aussicht auf Tauchstunden weckte seine Lebensgeister. Er paukte ein halbes Jahr lang Theorie und machte mit seinem Vater zusammen einen Grundkurs in Dieburg. Der Verein übernahm die Kosten. „Das war stark“, erzählt Jerome. Großen Spaß hatte er beim Spiel mit der Frisbee-Scheibe unter Wasser. Zum Abschluss des Kurses tauchte er sogar in einem See ab.
Heute ist Jerome ein sehr guter Schüler. Den verpassten Lehrstoff hat er längst wieder aufgeholt – und zwar ohne sitzen zu bleiben. Gerade hat er ein Praktikum bei einem Orthopädietechniker gemacht. Gehen klappt mit der Prothese schon sehr gut, über Fußball redet er allerdings immer noch nicht gerne. Leider musste er mit dem Tauchen erstmal pausieren, da er eine Mittelohrentzündung bekommen hat. Jerome hofft, trotzdem bald einen Kurs in Unterwasserfotografie machen zu können. An Silvester will Jerome es knallen lassen. In den vergangenen Jahren waren die Feste im Hause Zimmermann viel zu still.
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