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11. Oktober 2011  | ine

Weniger Spätfolgen mit der GSI-Lasertherapie

Wissenschaft: Oft sind es Kinder und Jugendliche, die nach der Behandlung an neuen Tumoren erkranken


Strahlentherapien werden erfolgreich bei Tumorerkrankungen eingesetzt. Dennoch kommt es bei etwa 40 Prozent der bestrahlten Kinder und Jugendlichen zu Spätfolgen – dazu gehören die Bildung von neuen Tumoren oder Fruchtbarkeitsstörungen.
Wissenschaftler des GSI Helmholtzzentrums für Schwerionenforschung in Darmstadt haben nun herausgefunden, dass der Einsatz von schweren Ionen die Risiken senkt. Marco Durante, Leiter der Biophysik hat die Ergebnisse zusammen mit dem Amerikaner Wayne D. Newhauser in der Fachzeitschrift „Nature Reviews Cancer“ veröffentlicht.
„Die bisher gewonnenen Daten legen nahe, dass eine Behandlung mit Partikeltherapien – also Protonen oder schweren Ionen – ein geringeres Risiko für eine spätere Krebs-Folgeerkrankung aufweist als herkömmliche Therapien mit Gammastrahlen“, so Durante. Dies gelte auch für die Tumortherapie mit schweren Ionen, so wie sie am GSI Helmholtzzentrum entwickelt worden ist.
Die geringeren Langzeitfolgen führt Durante darauf zurück, dass bei der Therapie das gesunde Gewebe weniger durch die Strahlung belastet wird als bei anderen Lasertherapie-Behandlungen und dass es kaum schädliche Neutronen gibt, die durch Streuung entstehen.

Erste Studien belegten die Wirksamkeit der Ionenstrahlen. Um belastbare Aussagen zu gewinnen, müsse man allerdings noch weiter forschen, so Durante. Bis Daten von behandelten Patienten über lange Zeiträume zur Verfügung stünden, müsse man auf mathematische Modelle zurückgreifen.
Die Behandlung mit Ionenstrahlen ist ein präzises, hochwirksames und gleichzeitig schonendes Therapieverfahren, heißt es bei der GSI. Ionenstrahlen dringen in den Körper ein und entfalten ihre größte Wirkung erst tief im Gewebe und zwar in einem nur stecknadelkopfgroßen Bereich. Die Strahlen werden so gesteuert, dass Tumoren bis zur Größe eines Tennisballs Punkt für Punkt millimetergenau bestrahlt werden können. Das umliegende gesunde Gewebe wird weitgehend geschont.
Nach der Studienphase an der GSI-Beschleunigeranlage hatten die Wissenschaftler für den klinischen Routinebetrieb eine eigene Beschleunigeranlage entwickelt, die am Heidelberger-Ionentherapie-Zentrum HIT im Jahr 2009 in Betrieb gegangen ist. Dort wurden seither mehr als 400 Patienten behandelt.

 
 


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