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21. Oktober 2011  | ine

Ein Kubus mit 800 Schränken

Wissenschaft: GSI baut neues Höchstleistungs-Computerzentrum – Geringer Stromverbrauch und eine positive Kohlendioxid-Bilanz – Kosten in Höhe von 19 Millionen Euro

Die Technik dahinter: Volker Lindenstruth, Leiter des IT-Bereichs des GSI Helmholtzzentrums,  inspiziert den Prototyp für den Hochleistungsrechner „Green-Cube“. Die neue Kühlungstechnik wird derzeit bereits bei der GSI erprobt. Foto: G. Otto, GSI Helmholtzzentrum
| Vergrößern | Die Technik dahinter: Volker Lindenstruth, Leiter des IT-Bereichs des GSI Helmholtzzentrums, inspiziert den Prototyp für den Hochleistungsrechner „Green-Cube“. Die neue Kühlungstechnik wird derzeit bereits bei der GSI erprobt. Foto: G. Otto, GSI Helmholtzzentrum


Das GSI Helmholtzzentrum wird mit dem „Fair“-Projekt eine der größten Beschleunigeranlagen der Welt errichten. Durch den parallelen Betrieb der verschienenen Beschleunigerringe können gleichzeitig vier verschiedene Forschungsprogramme laufen. Dabei kommen riesige Datenmengen zusammen. Etwa zehn Millionen Mal pro Sekunde prallt ein Atomkern auf einen andern. Jede Kollision kann den Wissenschaftlern wertvolle Erkenntnisse bringen – und muss per Computer ausgewertet werden. In der Reihe „Wissenschaft für Alle“ berichtete Volker Lindenstruth, Leiter des IT-Bereichs an der GSI, über „Green-Cube“, das geplante neue Höchstleistungs-Computerzentrum.

Die Physiker sind darauf angewiesen, dass die Rechner einwandfrei funktionieren. Das ist in einer Forschungseinrichtung wie dem GSI Helmholtzzentrum nicht anders als zu Hause. „Wenn ein Computer einen Fehler macht, kommt Mist dabei raus,“ brachte es Lindenstruth auf den Punkt. Hinzu kommt, dass eine Arbeitsstunde an einer Beschleunigeranlage 20 000 Euro kosten kann: Wenn ein Rechner während eines Experiments abstürzt, kann es teuer werden.
Volker Lindenstruth hat zusammen mit Horst Stöcker, dem wissenschaftlichen Geschäftsführer der GSI, das Konzept für das neue Computerzentrum entwickelt. Ziel war, ein Computerzentrum zu entwickeln, das möglichst wenig Strom verbraucht und eine positive Kohlendioxid-Bilanz vorweist. Untergebracht werden soll das Computernetzwerk in einem würfelförmigen Gebäude auf sechs Etagen. Die Kosten in Höhe von 19 Millionen Euro werden vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und der Helmholtz-Gemeinschaft finanziert. Die Bauzeit ist von 2012 bis 2014 geplant.
Ein wichtiger Baustein des Zentrums ist die Kühlung. „Computer sind Heizkraftwerke“, erzählte Lindenstruth in seinem Vortrag. Am besten funktioniere die Kühlung mit Wasser. Beispielsweise werde der erste Hochleistungsrechner dieser Art, der Loewe-CSC der Goethe-Uni in Hoechst, damit gekühlt. Dort wurden Wärmeaustauscher installiert. Die warme Luft der Computer strömt durch eine Lamellentür, in deren Innern Wasser fließt, das die warme Luft abkühlt. „Das System spart der Einrichtung Millionen Euro“, berichtete der IT-Leiter.
Im „Green-Cube“ wird es so sein, dass die Computer in 800 geschlossene Schränke eingebaut werden. An deren Rückwand soll die warme Abluft mit Wärmetauschern direkt mit Wasser gekühlt werden. Die Rückkühlung erfolgt durch Verdunsten. Im Schnitt, so Lindenstruth, liegen mit diesem System die Kühlkosten bei acht Prozent der Computerleistung. Bei herkömmlichen Systemen betrage sie 50 bis 100 Prozent.

 
 


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