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18. Dezember 2009  | 

Ganz normaler Studentenwahnsinn

Darmstadts erste Internet-Unterhaltungsserie ,,Studis 4.0" ist fertig und nun auf "Echo Online" zu sehen

Webisode
| Vergrößern | Dönerpause im sommerlichen Herrngarten (von links nach rechts): Thorsten (Victor Cammann), Jay-Jay (Tatiana Soto-Bermudez), Patrick (Tim Romer), Sina (Yasemin Heidenz) und Kai-Uwe (Maurice Becher) in einer Sequenz der Internetserie „Studis 4.0“, die unter der Regie von Gropperfilm entstand und nun auf "Echo Online" zu sehen ist. Foto: Gropperfilm

Von Alexandra Welsch


Kai-Uwe ist ein ordnungsliebender Jungspießer, Tabea eine esoterisch angehauchte Philosophie-Studentin, Jay-Jay das Partygirl mit einem Faible für das männliche Geschlecht, Patrick der Springinsfeld mit einem Faible für das weibliche Geschlecht. Und sie alle treffen aufeinander in einer Martinsviertler Wohngemeinschaft, wo oft leere Bierflaschen auf dem Couchtisch herumstehen, Ebbe im Kühlschrank herrscht und unerledigte Spülberge vor sich hinstinken.

,,Der ganz normale Studentenwahnsinn" - so ist Darmstadts erste Webisode ,,Studis 4.0" untertitelt, die ab sofort auf hier auf "Echo Online" zu sehen ist. Sechs Folgen der fürs Internet geschaffenen Unterhaltungsserie sind nun unter der Regie der lokalen Filmproduktionsfirma ,,Gropperfilm" fertig gestellt worden.

,,Von Studenten für Studenten", wie Christian Gropper bei der Premiere am Mittwochabend im Pali-Kino vor etwa hundert zumeist jungen Zuschauern betonte und mit Blick auf das ,,nicht-kommerzielle Studentenprojekt" nachschob: ,,Seid nicht zu kritisch, es ist nicht von Hollywood-Regisseuren gemacht, aber das Ergebnis hat eine ganze Menge Charme."

Darmstadts schönstes Tankstellen-Eintrittssignal ist nun endlich im Film zu hören - das ist schon mal wunderbar. Das trunkene, leiernde ,,Ding-Dong" ertönt, als Jay-Jay (Tatiana Soto-Bermudez) die Tankstelle in der Teichhausstraße betritt, wo sie flirtenderweise auf Feng-Shui-Lehrer Ingo (Rick Gabert) trifft. Viel mehr angetan ist sie zu diesem Zeitpunkt aber schon von Autofreak Robin (Jan Borchert), dem Kumpel ihres WG-Mitbewohners Patrick (Tim Romer), der die ganze Zeit mit dem Kleinwagen des Webisode-Sponsors durch die Geschichte und die Gegend düst - ein orangefarbener Flitzer als roter Faden.

Viel Darmstadt rauscht durch die sechs Folgen mit einer Länge zwischen fünf und sieben Minuten. Da führt eine rasante Autofahrt die Kasinostraße entlang oder ein WG-Ausflug zum Döner-Essen auf eine Bank in den Herrngarten. Die Zuschauer schauen Tabea beim Rennen über den Luisenplatz zu oder Patrick als Bademeister im Jugendstilbad. Und zu den flotten Klängen der Darmstädter Band ,,Beatshots", deren Indie-Elektro-Beat den Soundtrack zur Soap bildet, fliegen Impressionen von Weißem Turm oder Russischer Kapelle durchs Bild.

Eine Menge Jubel und Applaus haben die sechs Folgen bei der Vorführung im Kinosaal geerntet - auch wenn die Tonqualität es immer wieder schwer bis unmöglich machte, die Darsteller zu verstehen. ,,Der Hammer", lobte Bijan Kaffenberger, wie viele im Publikum ein Freund oder Bekannter der studentischen Macher. ,,Mit das beste Studentenprojekt, das ich seit langer Zeit gesehen habe." Angetan äußerte sich auch Maurice Becher, der in der Webisode den Kai-Uwe spielt und von Anfang an dabei war, seit das Projekt in einem Seminar des Gastdozenten Gropper als Modul im TU-Fachbereich Literaturwissenschaften ausgeheckt wurde. ,,War cool", kommentierte der Dreißigjährige, der die Folgen am Premierenabend erstmals im Ganzen gesehen hat. ,,Ich hätte nicht gedacht, dass so viele Lacher drin sind."

Der Lehramt-Germanistikstudent hat schon beim Drehbuch mitgeschrieben und dann neben der zentralen Rolle des Kai-Uwe in letzter Minute auch noch die des Erzählers übernommen, der die Geschichte zusammenhält. Denn ein bisschen drunter und drüber geht es nicht nur in der Webisode-WG, sondern so ging es auch beim Produktionsprozess, wo immer wieder studentische Mitmacher ausfielen und durch neue ersetzt werden mussten. ,,Wir haben es uns einfacher vorgestellt", gibt Christian Gropper zu.

Doch nach 25 Dreh- und mehr als zwanzig Schnitttagen hat sich zum Schluss doch noch alles irgendwie zusammengefügt - in der realen Wirklichkeit wie in der fiktiven Webisode-Geschichte. Wie das aussieht, kann sich jeder im Internet ab sofort ansehen. Jeden Mittwoch wird eine neue Folge vom ganz normalen Studentenwahnsinn auf "Echo Online" erscheinen.

 

Wer Fan werden oder mit anderen Fans der Darmstadt-Webisode in Kontakt treten möchte, kann sich auf Facebook vernetzen.

 

 
 
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