HK, EG, NR, TG: Mit solchen Abkürzungen in Wohnungsanzeigen muss man nicht unbedingt etwas anfangen können. Schon gar nicht, wenn man aus Finnland oder den USA kommt. Das weiß auch die Technische Universität (TU) Darmstadt. Auf ihrer Webseite erklärt sie deshalb auf Englisch, dass die Buchstaben für Heizkosten, Erdgeschoss, Nichtraucher und Tiefgarage stehen.
Was das mit Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu hat? Eine Menge, sagt Ellen von Borzyskowski. Sie arbeitet bei der Servicestelle Dual Career-Familie-Wohnen an der TU. „Wir wollen führende Wissenschaftler gewinnen, und die kommen mit Herz und Seele, nicht nur mit dem Job.“
Herz und Seele: Dazu gehören in erster Linie ein Partner, eine Partnerin und Kinder. Die Lebensgefährten oder Ehegatten brauchen eine Arbeitsstelle, die Kinder einen Platz in Krippe oder Schule und alle zusammen brauchen eine Wohnung.
Bei all diesen Fragen unterstützt das Team an der TU Bewerber um Professuren oder andere Stellen. Sie und ihre Partner oder Partnerinnen. Es geht darum, junge Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen für Darmstadt zu interessieren und am Ort zu halten, wenn sie erst einmal da sind. Und das geht am besten, wenn die ganze Familie unterstützt wird.
Der Dual-Career-Service im engeren Sinn bezieht sich auf Berufsperspektiven und soll helfen, Karriere, Partnerschaft und Familie zu vereinbaren. Man kann den Begriff Dual Career mit „doppelte Karriere“ übersetzen, aber das ist nicht exakt das, was die TU meint. Ellen von Borzyskowski und ihre Kollegin Ulrike Buntenbruch sprechen lieber von beruflicher Laufbahn. Gemeint ist: Partnerinnen und Partner der Jung-Wissenschaftler werden bei der Jobsuche unterstützt – unabhängig davon, in welchem Beruf sie tätig sind.
Die Dual-Career-Stelle sondiert den Stellenmarkt im Rhein-Main-Neckar-Raum, bildet Netzwerke mit Unternehmen und anderen Wissenschaftsbetrieben und spielt beim Kontakt mit möglichen Arbeitgebern die Rolle eines Türöffners. So soll es Partnern der Bewerber erleichtert werden, mit in die „Wissenschaftsstadt“ zu ziehen, wie es in der Darmstädter Eigenwerbung heißt. Das Kalkül: Wenn beide Partner einen guten Job haben, kommen und bleiben sie eher, als wenn einer unzufrieden ist.
Andere Angebote wie der Wohnungssuch-Service haben damit zu tun, dass die Zielgruppe zwei besondere Merkmale hat: Sie ist international und umtriebig. Die jungen Wissenschaftler wechseln öfter den Ort und sie kommen aus allen möglichen Ländern. Wenn sie über eine Stelle entscheiden, spielt solcher Service eine Rolle – denn die Bewerber kennen Stadt und Region nicht, manche sprechen nicht Deutsch und wollen sich nicht zusätzlich zu Bewerbung und Umzug mit der Suche nach einer Wohnung belasten. Der potenzielle Arbeitgeber, der ihnen das abnimmt, punktet gegenüber dem, der den Service nicht bietet.
„Themen wie Wohnung oder auch Krippenplätze werden in Berufungsverfahren angesprochen“, sagt Buntenbruch. Sie wird zum Beispiel gefragt, welche Wohnviertel eine gute Infrastruktur haben oder welche Mieten angemessen sind. Die TU spricht Vermieter an (auch auf ihrer Homepage, siehe Kasten), gibt Tipps und vermittelt.
Beratung und Information spielt auch bei der Kinderbetreuung eine Rolle. Welche Schule eignet sich? Wie kommt man an Tageseltern? Welche Möglichkeiten der Kinderbetreuung gibt es? Im TU-eigenen Kinderhaus gibt es 40 Krippenplätze, Betrieb fast rund ums Jahr (nur zwischen Weihnachten und Neujahr ist geschlossen) und Englisch sprechende Erzieherinnen. Heating costs, ground floor, non-smoker und underground garage sollten für die zweisprachigen Kinder bald kein Problem mehr sein.
Dual Career: Doppelt geplant hält an der TU besser
Technische Universität – Das Angebot Dual Career richtet sich an junge Wissenschaftler und ihre Familien
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