Mit einem leisen Surren bewegen sich drei Achsen. Eine Düse spuckt ein heißes Endlos-Kunststoffwürstchen aus. Zunächst formt sich aus dem Würstchen im Zickzack eine quadratische Bodenplatte, danach wachsen die Wände, immer entlang auf dem Rand. Hier entsteht ein Plastikwürfel in einem 3D-Drucker. Ein Objekt, wie es Oberstufenschüler am Ende des 3D-Workshops des TU-Fachgebiets „Didaktik der Informatik“ mit nach Hause nehmen können.
Natürlich nicht einfach so. Sondern von Anfang an. Und das bedeutet, dass die Schüler aus einfachen Komponenten zunächst einen 3D-Scanner zusammenbauen, wie Studentin Kristin Rammelt, die das Konzept für den Workshop entwickelt hat, erläutert.
Anmeldung für den 3D-Workshop bis zum 30. Januar unter der E-Mail-Adresse 3d@di.informatik.tu-darmstadt.de. Der Workshop ist kostenlos.
In diesem Fall ist es ein Legomotor, darauf eine CD als Drehscheibe für das zu scannende Objekt und ein handelsübliches Lasermessgerät in einer Kiste. „Die Bauteile sollen möglichst so einfach sein, dass die Schüler es zu Hause auch nachbauen können“, ergänzt Fachgebietsleiter Jens Gallenbacher.
Das zu scannende Objekt wird auf die Drehscheibe gestellt, gescannt, um ein Grad gedreht, gescannt – insgesamt 360 Mal, bis die Umdrehung komplett ist, sagt Kristin Rammelt. Mit den 360 Bildern sollen sich die Schüler an den Computer setzen, eine 3D-Ansicht programmieren und mit diesen Daten den 3D-Drucker füttern, auf dass er sich mit seinem Kunststoff-Würstchen ans Werk macht.
Kristin Rammelt hält einen Plastik-Springer in der Hand. Die Schachfigur wirkt allerdings etwas grobschlächtiger als das Original aus Holz. „Das Ergebnis ist nicht identisch, aber zufriedenstellend“, erklärt Kristin Rammelt. „Sogar sehr ansehnlich“, sagt ihr Dozent. „Gut, dann streichen wir zufriedenstellend“, sagt Kristin Rammelt. Zufriedenstellend ansehnlich – und faszinierend.
Der im Januar beginnende Workshop richtet sich an Schülerinnen und Schüler, „die Spaß am naturwissenschaftlich-technischen Bereich und an der Arbeit im Team haben und Programmieren lernen wollen“, sagt Kristin Rammelt. „Es geht darum, den Schülerinnen und Schülern die Prinzipien von Modellbildung und Problemlösung näherzubringen, die nicht nur im Mint-Bereich, sondern in allen Lebenslagen wichtig sind“, ergänzt Jens Gallenbacher.
Sie hätten zwar zwei Lösungsmodelle vorbereitet, „aber wir finden es immer spannend, welche Vorschläge von den Schülern noch kommen.“ Denn „während es in Schulen nur um die Musterlösung geht“, böten außerschulische Lernorte wie das TU-Lernlabor die Zeit, „selbst auf etwas Besseres zu kommen“.
Das „Abenteuer-Technik“-Projekt ist Kristin Rammelts Bachelor-Arbeit. Die Fünfundzwanzigjährige studiert Informatik und Mathematik fürs Lehramt an beruflichen Schulen und hat schon vorher mit Jens Gallenbacher im Lernlabor der Technischen Universität in der Goethestraße 48 zusammengearbeitet. Der Workshop beginnt am 10. Januar (Dienstag) und wird bei zwei Wochenstunden bis Ende Juni dauern. Das Objekt, das die Schüler zum Einscannen mitbringen können, sollte nicht größer als fünf Zentimeter im Durchmesser sein.
Inzwischen ist der Würstchen-Würfel fertig. Für den Deckel hat die Düse noch mal mehrere Zickzackbahnen fahren müssen. Der Abschluss zieht Fädchen. Dem Gesamteindruck tut das aber keinen Abbruch. Der Faszination auch nicht.

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