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21. November 2010  | kaw

Künstliche Intelligenz am Ball

Roboter-Fußball-Duell am Rande einer IT-Konferenz - »Darmstadt Dribblers« triumphieren

 
| Vergrößern | Darmstädter vor: Gegen die großen Weißen aus Bremen machten die kleinen Schwarzen durchweg eine gute Figur. Foto: Roman Grösser

Zwei Teams, ein Spielfeld, zwei Tore und ein Ball. Das klingt nach einem normalen Fußballspiel - wären da nicht die blinkenden Lämpchen und die teils unbeholfenen wirkenden Bewegungen der Spieler. Diese jagen auch nicht aus Spaß an der Freude hinter dem Ball her, sondern auf Befehl: Hinter jeder Bewegung steckt ausgeklügeltes Software-Wissen, das die gerade mal kniehohen Roboter in Fußballhelden verwandelt.

Die »Darmstadt Dribblers« der TU sowie das »B-Human-Team« der Universität Bremen und des Deutschen Forschungszentrums für künstliche Intelligenz traten mit je drei Spielern am Donnerstag im Darmstadtium am Rande einer zur Simulation und Programmierung autonomer Robotersysteme abgehaltenen Konferenz gegeneinander an. Ein Novum, denn mit den beiden Teams trafen erstmals Roboter unterschiedlicher Roboter-Fußball-Ligen aufeinander.

Dort sind beide Teams Meister ihrer Klasse: Die TU in der »Robo-Cup Kidsize League«, die Bremer in der »Standard Platform League«. In letzterer nutzen alle Teams den baugleichen Roboter. In der Kidsize League versammeln sich dagegen Roboter der Marke Eigenbau. »Dass jetzt erstmals ein gemischtes Spiel durchgeführt wird, ist für die beiden Teams schon eine Herausforderung«, betont die TU-Informatikerin Karen Petersen.

Das fängt schon bei der Farbe an. Die Bremer Mannschaft ist gewohnt, gegen weiße Spieler anzutreten. Doch jetzt stehen den eher rundlich und putzig aussehenden Standardrobotern schwarze, kantige Spielergestalten gegenüber. Für die im Hintergrund an diversen Notebooks wirkenden Uni-Teams bedeutet das Arbeit: Die Farbcodierung muss geändert, die etwas abgeänderten Spielregeln in der Software berücksichtigt werden. Bis kurz vor Spielbeginn läuft die Feinjustierung.

Mit dem Anpfiff kommt dann Stadionatmosphäre ins Darmstadtium. Das Publikum fiebert mit, bejubelt gelungene Spielzüge und die Tore. Fouls werden - anders als im richtigen Leben - mit Heiterkeit zur Kenntnis genommen. Auch dass die Darmstädter Roboter Schwierigkeiten mit dem Gleichgewicht haben und häufig ohne erkennbaren Grund einfach umfallen, wird mit Gelächter quittiert. Immerhin: Das anschließende Aufstehen klappt prima.

Die Roboter sind völlig autonom auf dem Spielfeld unterwegs. Über Kameras und Sensoren müssen sie ihr Umfeld erkennen und einschätzen. Die eingebauten Prozessoren errechnen die notwendigen Bewegungen und Spielzüge. Über W-LAN können die Spieler miteinander kommunizieren und so verhindern, dass alle gleichzeitig zum Ball laufen. Macht ein Spieler schlapp (»Die Motoren werden sehr schnell heiß und setzen dann schon mal aus. Dann kommt Kältespray zum Einsatz«, sagt Petersen), kann der Spieler kurz vom Feld genommen und repariert werden. Läuft ein Roboter völlig aus der Spur, darf man ihn komplett auswechseln.
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Schon erschöpft? Die Standardroboter aus Bremen verloren am Ende mit 7:1 Foto: Roman Grösser

Zwei mal zehn Minuten dauert ein Spiel - länger halten Akkus und Motoren nicht durch. Im Darmstadtium können derweil die Dribblers der TU ihren Heimvorteil nutzen. Sie setzen sich am Ende mit 7:1 gegen die Standardroboter durch. Ihr einziges Tor haben die Bremer ebenfalls den Darmstädtern zu verdanken. Die waren dermaßen in Torschuss-Laune, dass sie den Ball auch mal im eigenen Tor unterbrachten.



 
 
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