Zum Design geht es in den Keller
Inhaltliche Möglichkeiten mit 50 Stichworten von Objektpaaren
„Design und Fortschritt“ heißt es da – als Beispiele stehen sich der mechanische Handrührer des frühen 20. Jahrhunderts mit der schwingenden Metallfeder und das elektrische Handrührgerät der Nachkriegsjahrzehnte gegenüber. Oder: „Design und Verpackung“ – dazu gehören viele Parfümflaschen mit ihren rasch erkennbaren, weil produkttypischen Gestaltungen. Und zu „Design und Lehre“ sind längst legendär gewordene Designs der Ulmer Hochschule für Gestaltung zu sehen.
Die Darmstädter Hochschulstudenten und ihre Professorin Anke Mensing haben es vor diesem Materialgedränge um so leichter, ihre Ideen vorzustellen. Die Besucher können erleben – abnehmbar Stockwerk um Stockwerk – wie sich die Designstücke sehr viel weiträumiger und dabei der Sammlung angemessener zeigen könnten.Dem architektonischen Gedankenspiel, das jeweils auch in zugehörigen Plänen an der Wand entwickelt wird, ging eine Fragestellung voraus: „Wie lässt sich ein zeitgemäßes neues Institut mit Sammlungs- wie Veranstaltungsnotwendigkeiten in den historischen Räumen aufbauen?“, war die Aufgabe Anke Mensings.
Daran wurde von November bis Februar gearbeitet. Mensing hat den Studenten Vorgaben mit auf den Weg zum Entwurf gegeben: „Bedingung war nicht nur, die Sammlung unterzubringen, sondern beispielsweise auch vom Dach her natürliches Licht ins Haus zu bringen oder Toiletten, Garderobe und Fluchtwege zu schaffen“, sagt sie. Dafür wurden die Sammlungen in allen Entwürfen in das neue Untergeschoss gebracht. Davor oder an Hausseiten entstanden gläserne Anbauten, die barocken Fenster wurden bis zum Boden verlängert oder wichen sogar einer modernen Glasfront. Die Eingriffe sind augenfällig. Doch auch im Inneren zeigen die 14 kommenden Innenarchitekten eine Menge Neues.Alle gehen davon aus: Die Zwischenwände haben zu fallen, damit aus kleinen Räumen durchgängige Stockwerke und Funktionseinheiten werden; wo nötig, muss zugunsten von Licht und Weite auch eine Hälfte der Raumdecke herausgenommen werden.
Carina Groll beispielsweise lässt Licht zusätzlich vom Platz aus in den Sammlungsraum im Keller dringen. In ihr Haus gelangt man durch einen neuen Einweg an der Südseite, von dort aus geht es hinter einer neuen Glaswand an der Längsfassade des Barockhauses am Platz entlang.Bis zu zwei Treppen, dann fällt die Entscheidung – entweder führt der Weg hinunter zur Ausstellung, die dank eines aufwendigen Schranksystems ganz untergebracht ist, oder der Besucher bleibt im Erdgeschoss mit Shop- und Café-Bereich.
Hinauf geht es unters barocke Mansard-Dach, wo sich Arbeitsbereiche für die Mitarbeiter des Intef und ein Besprechungsraum befinden sollen. Es ist eine schlüssige Lösung, ein anderer Student wird jedoch weitaus radikaler: Durch den Innenbau zieht sich als Orientierung von Stockwerk zu Stockwerk und Funktion zu Funktion ein giftgrünes Signalband. „Starke Ideen sollen tragen, es sollen sich Regeln entwickeln“, sagt Anke Mensing zu Allem.
„Out of Campus – Design und ... ... Raum“
19. Juli bis 22. August 2009
Langes Bäuche
Friedensplatz 10
64289 Darmstadt
Öffnungszeiten:
dienstags bis samstags
von 10 bis 18 Uhr
und sonntags
von 11 bis 13 Uhr.
Im Internet: www.intef.de


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