Die hohe, imposante Ausstellungshalle des modernisierten Gebäudes für den Fachbereich Gestaltung gibt den angehenden Industriedesignern einen würdigen Rahmen, um ihre Abschlussarbeiten zu präsentieren. Zu Themen wie Wohnen, Bauen, Transport oder Freizeitgestaltung wird das Foyer erstmalig bespielt.
Blickfang ist das Sitzobjekt „Surimi“ von Natascha Harra-Frischkorn, von der auch das variable Regal „Chuck“ stammt. Die Designerin hat sich mit Zwischenräumen beschäftigt, die sie „für jeden Nutzer erlebbar machen“ will. „Wichtiges steckt manchmal in den Falten“ ist über ihren Entwurf „Surimi“ zu lesen, und so hat sie Zeitschriften in die Ritzen ihrer Prototyps gesteckt.
Mit dem Sitzen haben sich auch Alexandra Streubel und Leyla Basaran beschäftigt. „Falt mich zusammen“ ist Basarans Aufforderung für ihre „kostengünstigen, mobilen, umweltbewussten und leichten“ Möbel aus Honigwabenkarton. Mühelos – ohne Kleber oder Schraubenzieher – lassen sie sich rasch aufbauen. Allein durch Steckverbindungen, Bänder und Gurte passten sie perfekt in junge Haushalte.
Mehr Raum braucht „Bella figura“ der Designkollegin Streubel. „Die Idee meines Produkts ist es“, so ihre Aussage, „eine Skulptur für den öffentlichen Raum zu schaffen und gleichzeitig ein Sitzmöbel.“ Bella figura mit mittigem Sitzloch fordert in der Tat dazu auf, Platz zu nehmen. Nebenan thront „Plan Bee“ von Ronja Scholz. Diese Formgeberin hat ein interessantes Gebilde „für Bienen und Pflanzen in der Stadt“ ersonnen und bewusst auf Geometrie gesetzt, die einerseits im Kontrast zu wild wachsendem Efeu oder Knöterich steht, andererseits durch die Wabenform auch Assoziationen zu Bienen weckt.
An Zellenbau lässt auch der Entwurf „Wolkenwerk“ von Judith Daur denken. Sie schafft mit der flexiblen Struktur aus Quadraten und Dreiecken intime Räume. Ihre ästhetischen Wolkenformationen aus transparentem Textil können gleichzeitig als akustische Dämmungen wirken oder zu indirekter Beleuchtung beitragen. Mit beweglichen Scharnierverbindungen lassen sich die starren Rahmen nach Belieben verändern. In das Thema Transport hat sich Janosch Bardak mit seinem „Cav Meridian“ vertieft. Gegen sein „Hochgeschwindigkeits-Containertransport-U-Boot“, das 400 Meter misst, wirkt der neue Airbus A380 mit 73 Meter recht mickrig. Wie ein riesengroßer Walfisch kommt sein Unterwassergefährt mit glatter Oberfläche dynamisch daher.
An die Zukunftsvisionen der TV-Serie Enterprise erinnert auch der Entwurf des unbemannten Fluggeräts „Mars“ zur „Rettung in Not geratener Menschen in den Bergen“.
Wer sich die Arbeiten der Diplomanden, zu denen noch weitere futuristisch anmutende Fahrzeuge und Flugobjekte zählen, anschauen möchte, kann dies Samstag (8.) und Sonntag (9.) im Olbrichweg 10-12 von 10 bis 18 Uhr tun.
Pfiffig ist auch die Idee von Peer Büscher, der sich von den saugfähigen Geckofüßchen inspirieren ließ und einen „mobilen Einzelanschlagpunkt“ in Form eines Diskus ersann. Sehr zart und handlich kommt „Add-On“ von Iris Sutter rüber. Ihr Entwurf erlaubt, elektronische Minigeräte wie Mobiltelefone oder MP3-Player nach Bedarf zu kombinieren und lässig am Handgelenk zu tragen.

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