Powerpoint-Präsentationen sind – vorsichtig ausgedrückt – nicht immer ein Hochgenuss. Dennoch ist diese Darstellungsform mittlerweile so alltäglich wie die Grippewellen: Ablesen, technische Probleme und Verlust von Spontanität gehören zu den häufigsten Nebenwirkungen. Hinzu kommen unzählige „Ähs“ und „Öhms“, die unfehlbar signalisieren, dass der Sprecher von der aktuellen Folie genauso überrascht ist wie der Zuhörer selbst.
Ein ganz anderes Bild ergibt sich im Seminar „Erfolgreich Präsentieren“, das Sebastian Peter und Jakob Bürkner für Studenten der Hochschule Darmstadt leiten. An den Wänden des Containergebäudes in der Stephanstraße hängen jede Menge Flipchart-Papiere, die gemeinsam erarbeitete Lösungsansätze für verschiedene Problemstellungen festhalten.
Powerpoint wird auch eingesetzt, allerdings in Maßen. „Wir haben einen gesunden Mix aus Theorie und Praxis“, beschreibt Jakob Bürkner das zweitägige Seminar. „Wichtig ist, dass die Studenten merken: Wie wirke ich da vorne?“
Auf den Flipcharts der Rubrik „Probleme“ ist ein Punkt immer wieder genannt: die Nervosität. „Ganz entscheidend ist die Vorbereitung. Sobald die nicht richtig gemacht wurde, entsteht Unsicherheit.“ Raum, Zielgruppe, Atmosphäre müssten dabei besonders berücksichtigt werden. Auch der Umgang mit Störern wird zum Thema. „Es ist immer besser, sie direkt und freundlich anzusprechen“, so Bürkner.
„Erfolgreich Präsentieren“ ist ein Teil einer Seminarreihe, die das „Kompetenzzentrum Lehre Plus“ der HDA in diesem Semester erstmalig anbietet. Weitere Elemente des Fortbildungsprogramms sind zum Beispiel wissenschaftliches Arbeiten, Zeitmanagement oder Stressbewältigung. „In unserem Studium wird Wert darauf gelegt, dass man gut präsentieren und sich gut präsentieren kann“, sagt Bauingenieur Felix Jung. Auch als Werkstudent hat er diese Erfahrung gemacht. Hinzugelernt hat er während des Seminars vor allem die Einsatzmöglichkeiten eines Flipcharts. „Aber die Hauptsache ist Üben, Üben, Üben. “
Zum Abschluss des Seminars halten die Teilnehmer deshalb selbst einen Vortrag. Eine besondere Herausforderung hat Christian Christ vor sich. Er hat die Aufgabe bekommen, eine fünfminütige Produktpräsentation für eine Kombination aus Staubsauger und Fortbewegungsmittel vorzubereiten. „Flitzi 2000“ hat er das Gerät genannt, dessen Vorzüge er anpreisen muss.
Er spricht die Zuhörer direkt mit „Ihr fragt euch jetzt natürlich, was das für ein Produkt ist“ an, geht zur Pinnwand, dreht diese effektvoll herum und präsentiert eine Modellzeichnung. Wichtige Daten wie die Höchstgeschwindigkeit schreibt er während des Vortrages in grünen Lettern auf die Zeichnung, mit ruhiger Stimme arbeitet er die Struktur des Vortrages ab.
Dann beginnt in angenehmer, konstruktiver Atmosphäre die Feedback-Runde. Erster Kritiker von Christian Christ ist dabei Christian Christ. „Ich bin zwischendrin vom Du zum Sie gewechselt, das war die Macht der Gewohnheit“, zieht der Student Bilanz. „Aber insgesamt hat es mir gefallen.“
Ähnlich sieht es das Publikum. Kompetent habe er gewirkt, allerdings zu wenig emotional. Die Stimme sei vertrauenserweckend, aber oft zu leise, so Jakob Bürkner. Daran möchte er arbeiten, um sich weiter zu verbessern, sagt Christian Christ. Auch sein künftiges Publikum wird es ihm danken.
Störer direkt und deutlich ansprechen
Lehre: In der Reihe „Erfolgreich präsentieren“ lernen Studenten, fesselnde Vorträge zu halten
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