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08. November 2011  | bif

Kontaktmesse „Meet@hda“: Großrevier für Jungwild

Hochschule: Bei der Firmenkontaktmesse „Meet@hda“ informieren sich angehende Absolventen über ihre Möglichkeiten

Kontakte knüpfen: Auf der „Meet@hda“-Firmenkontaktmesse der Hochschule Darmstadt informieren sich am Dienstag zahlreiche Studentinnen und Studenten über berufliche Möglichkeiten. 80 Aussteller schickten ihre Mitarbeiter – wie Jörg Thomasberger von der SMS-Group. Das Zelt auf der Wiese vor der Mensa war ausgebucht.  Foto: Roman Grösser
| Vergrößern | Kontakte knüpfen: Auf der „Meet@hda“-Firmenkontaktmesse der Hochschule Darmstadt informieren sich am Dienstag zahlreiche Studentinnen und Studenten über berufliche Möglichkeiten. 80 Aussteller schickten ihre Mitarbeiter – wie Jörg Thomasberger von der SMS-Group. Das Zelt auf der Wiese vor der Mensa war ausgebucht. Foto: Roman Grösser
DARMSTADT. 

Jungwild wird hier gesucht. Schlaue Füchse auch. Wilde Zeiten werden versprochen. CSI heißt der Technikentwickler, der seine 280 Mitarbeiter auf die Standorte verteilt hat, an denen die Entwicklungsabteilungen der süddeutschen Autobauer liegen. Audi, BMW, Mercedes, Porsche. Und seine Performance hebt sich ab vom Business-Blau, -Schwarz und -Grau der umliegenden Stände.
Am Dienstag wurde auf der Wiese vor der HDA-Mensa am Ende der Stephanstraße die elfte „Meet@hda“-Firmenkontaktmesse eröffnet. 80 Aussteller sind gekommen, sagt Veranstalter Sebastian Everling vom hochschuleigenen Carreer-Center. Erstmals nach zwei Jahren ist das Zelt wieder voll, die Konjunktur zieht offensichtlich an. Die Firmen kommen nicht nur aus der Umgebung, sondern aus ganz Deutschland und sind auf der Suche nach jeder Menge Personal.
„Logica“, zum Beispiel , eine IT- und Unternehmensberatung aus Frankfurt. Rüdiger Klings gibt sich alle Mühe, auch Normalsterblichen zu erklären, woran sie arbeiten. Es geht um Lösungspakete für Problemstellungen in ganz verschiedenen Branchen. Etwa die Einarbeitung der Basel-II-Richtlinien in das Kreditvergabewesen einer Bank vom monatlichen Report an die Finanzkontrolle bis hin zum Computerprogramm für den einzelnen Mitarbeiter. Dafür sucht das Unternehmen mit weltweit 41 000 Mitarbeitern alles, was einen Mint- (Mathe, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) oder einen Wirtschafts-Abschluss hat. „Kluge Leute“, bringt Rüdiger Klings den Bedarf auf den Punkt.
Das ist beim Technikentwickler CSI – das sind die mit dem Jungwild, – nicht anders. Außer Antriebssträngen, Elektronik und Getrieben konstruierten sie alles, sagt Michael Winter, der 1982 an eben dieser Hochschule seinen Diplom-Ingenieur gemacht hat, an der er heute Nachwuchs wirbt. CSI scheint eine Tüftlerfirma zu sein. Ausgestellt ist eine Audi-R8-Mittelkonsole, an der der Automatik-Hebel fast schon Vergangenheit ist, glaubt man Michael Winter. Künftig gebe es nur noch Knöpfchen: „Vorwärts, rückwärts, sportlich“. Leichtbau und E-Mobilität, neue Unterbringungsmöglichkeiten für Batterien oder neue Klimaanlageverfahren, das sind alles Zukunftsthemen. „Aber“, wedelt er mit den Händen, „ich will nicht zu viel verraten.“
CSI braucht Kunststoff- und Fahrzeugtechniker, Maschinenbauer, Praktikanten und Bachelor- und Masterabsolventen, die Themen für ihre Abschlussarbeiten suchen. Das hört HDA-Vizepräsident Bernd Steffensen, der eben die Messe eröffnet hat, immer gerne. „Für uns ist es gut, wenn Unternehmen wissen, es gibt ein Potenzial an intelligenten Absolventen“, sagt er visitenkärtchentauschend. „Und für uns ist es auch gut, wenn wir wissen, welche Firmen Projekte anbieten.“
André, 25, E-Techniker im fünften Semester mit Interessensschwerpunkt Energie- und Umwelt, hat gerade seinen Rundgang beendet. „Ich hab mich über Praktika informiert“, sagt er, „und drei Ansprechpartner gefunden, bei denen ich mich bewerben will.“ Für ihn war es die zweite „Meet@hda“. „Aber dieses Mal hab' ich wirklich Interesse, weil es jetzt ernst wird“. Bachelor-Studiengänge dauern nur noch sechs Semester.


Linda, 28, und Eva, 30, sind Informatikstudentinnen an der FH in Frankfurt und extra nach Darmstadt gekommen. Linda interessiert sich für eine Promotionsstelle, Eva sucht den Direkteinstieg. Beide sind nicht hundertprozentig zufrieden. Linda hat trotz fest vereinbarter Gesprächstermine bislang nichts Konkretes gefunden, Eva hat eben ein Gespräch mit einer Firma beendet, die lediglich einen Programmierer sucht – „und ich hatte angegeben, dass ich das nicht ausschließlich machen will“, sagt sie.
Anders Micha (25) und Kevin (23), fünftes Semester Maschinenbau. Micha muss nächstes Jahr ein berufspraktisches Semester machen und hat mit drei Firmen gesprochen. „Die sind ganz gut auf das eingegangen, was ich gefragt habe“, lobt er. Dem Rat, sich initiativ zu bewerben, wird er nachkommen. Auch Kevin, automobilbereich-interessiert, ist fündig geworden. „Du kommst dir hier nicht vor wie ein kleiner Student, der versuchen muss, irgendwo anzukommen“, stellt er fest. Und Micha stimmt zu: „Die machen uns Mut.“ Den braucht man als Jungwild.

 
 
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