„Jedes Talent muss gefördert werden“, ist einer der Sätze, die Bernd Jörs gerne wiederholt. „Wir müssen den Studenten während des Studiums frühzeitig Kontakte in Unternehmen ermöglichen“, ein anderer. Dass ihm die Studenten und ihre berufliche Zukunft auch nachhaltig und längerfristig am Herzen liegt, ist für den agilen Professor Jahrgang 1955 selbstverständlich – und für andere preiswürdig.
Bereits zum zweiten Mal belegte der Darmstädter HDA-Professor einen der ersten Plätze bei dem vom Absolventenmagazin Unicum und der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG ausgeschriebenen Wettbewerb „Professor des Jahres“. Der Informationswissenschaftler erhielt die Auszeichnung für sein Engagement in der Lehre, die innovative Ausgestaltung seiner Veranstaltungen sowie die Integration von externen Kooperations-Projektpartnern in seine Lehrpraxis.
Für ihn sei nicht nur entscheidend, was die Studenten an der Hochschule lernen, sondern wie gut sie sich schon während dieser Zeit nach außen orientieren. Dabei müssten die Hochschulen helfen: „Sie sind mehr als Betreuungseinrichtungen“, sagt Jörs. Entsprechend muss für ihn ein guter Hochschullehrer frühzeitig fachliche und sozialkompetente Reife vermitteln und als Mentor stets zur Verfügung stehen.
„Lehre und die Wegbereitung der Karriere bilden für mich eine gleichgewichtige Einheit“, sagt Jörs, der seit 25 Jahren als Hochschullehrer tätig ist, davon etwa zehn Jahre an der HDA. Seit 2009 lehrt er auf dem Campus Dieburg im Fachbereich Media, Fachrichtung Informationswissenschaften. Dort werden junge Leute ausgebildet, mit angewandter Informatik umgehen zu können. „Sie sollen lernen, intelligente digitale Lösungen zu entwickeln.“
Dafür sei es ganz wichtig, dass die Hochschulen den Anschluss an die Anforderungen aus der Praxis behalten. „Und deshalb müssen wir permanent fachlich und inhaltlich mit diesen Unternehmen kooperieren.“ Dies praktiziert Jörs seit vielen Jahren mit Firmen wie der Telekom, der Deutschen Bank, SAP, Lufthansa oder Merck. „Von dort bekomme ich auch häufig Anfragen nach einschlägig qualifizierten Studenten“, sagt Jörs.
Natürlich müsse ein Student zunächst das notwendige handwerkliche „Rüstzeug“ an der Hochschule vermittelt bekommen. Parallel dazu aber können schon Kontakte in die Wirtschaft aufgebaut, Praktika und Werkstudentenplätze vermittelt werden. „Ihnen zu helfen, extern tätig zu werden, das ist ein wichtiger Bestandteil unseres Jobs.“
Dass Bernd Jörs nun in die „Professor-des-Jahres-Hall-of-Fame“ aufgenommen wurde, ist für ihn weniger entscheidend. Was ihn aber freut, ist die Tatsache, dass ihn Studenten und Arbeitnehmer gleichermaßen für den Preis vorgeschlagen haben und er sich unter 450 Professoren durchsetzen konnte. Das sei ein Zeichen dafür, dass die Lehrangebote der Informationswissenschaftler im nationalen Rahmen Vorbildcharakter haben.
13. Januar 2012 | Von Annette Wannemacher-Saal
HDA-Professor als „Professor des Jahres“ ausgezeichnet
Lehre – HDA-Professor Bernd Jörs wird als „Professor des Jahres“ ausgezeichnet
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