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05. November 2011  | mawi

Große Pläne mit dem Elektroauto

Fahrzeugbau: „Formula-Student“-Team tüftelt nun an zwei Wagen – Neuer Rennwagen ähnelt einem Strandbuggy

Tüfteln an schnellen Autos: das „Formula-Student“-Team der Hochschule Darmstadt.  Foto: Claus Völker
| Vergrößern | Tüfteln an schnellen Autos: das „Formula-Student“-Team der Hochschule Darmstadt. Foto: Claus Völker

Es gibt Hochschulprojekte, die enden nie. Sobald die Rennsaison für das „Formula Student“-Team der Hochschule Darmstadt (FaSTDa) endet, planen die Studierenden das Modell für die kommende Saison. „Es wird diese Saison zwei Autos geben“, sagt Denise Petker von der Teamleitung.
„Der Verbrenner wird in der Grundform bestehen bleiben“, erklärt die BWL-Studentin das mit Superbenzin betriebene Fahrzeug, „und das Elektroauto ist komplett neu“. Beim Elektroauto müsse man beispielsweise berücksichtigen, dass die Kombination aus leichtem Elektromotor, aber schwerem Akku mehr wiege als ein konventionelles Triebwerk.
Die Formula Student ist eine vom Autorennsportverband FIA anerkannte Rennserie. Der Rennwagen ist kein Formel 1-Wagen, ist deutlich kleiner, kompakter gebaut und erinnert eher an einen Strandbuggy. Einen Rennwagen konstruieren und bauen, ist eine mechatronische Herausforderung. Aber das ist nicht alles, Fahrzeugkomponenten müssen gekauft oder fremdgefertigt werden. Wozu Sponsoren gefunden werden müssen. Daher sind bei dem Rennautoprojekt nicht nur Maschinenbau- und Elektrotechnikstudenten dabei, sondern auch Studierende aus den Fachbereichen Media, Gestaltung und Wirtschaft.

Formula Student

Mehr Informationen zu den Projekten des „Formula Student“-Teams im Internet unter www.fastda-racing.de



Im Spätsommer konnte das FaSTDa-Team die Saison in Italien erfolgreich beenden. In Varano de Mellegari in der Toskana errangen die Darmstädter den neunten Platz von 50 Teams und waren das fünftbeste deutsche Team. Einige Monate vorher in Österreich (in Spielberg in der
Steiermark) war es nicht ganz so gut gelaufen, wie der ehemalige Teamleiter Sven Krauss einräumt. „In der ersten Runde ging der Motor aus.“ Wie sich später herausstellte, war kein Treibstoff mehr eingespritzt worden, weil die Elektronik widersprüchliche Signale von mechanischen Bauteilen bekommen hatte.
Bei den Wettbewerben, die in ganz Europa stattfinden, geht es primär um Technik und Sicherheit. Bewertet werden unter anderem Konstruktion, Kalkulation, Effizienz und das Geschäftsmodell. Gefahren wird auch, allerdings nicht direkt gegeneinander. So gibt es unter anderem einen Beschleunigungstest über 75 Meter und einen Dauerbelastungstest über 22 Kilometer. Auch die Lautstärke wird gemessen. „110 Dezibel darf man haben“, erklärt Maschinenbaustudent Stefan Horn.
Weiterhin müsse das Fahrzeug Neigungs- und Bremsentests bestehen und so konstruiert sein, dass der Fahrer es innerhalb von fünf Sekunden verlassen kann. Sehr erfolgreich war die Hochschule Darmstadt beim Benzinverbrauch auf der Strecke in Italien. „Man konnte nicht sagen, wie viel Sprit wir verbraucht haben“, freut sich Krauss, „weil beim Nachtanken die Hälfte übergelaufen war“.
Einen Teil des Erfolgs führt der Maschinenbaustudent auf ein nach Österreich überarbeitetes Computerprogramm zur Motorsteuerung zurück. Das Fahrzeug wurde fünf Sekunden schneller, die Verbrennung dafür etwas heißer.
Das Budget für die vergangene Saison lag bei rund 70 000 Euro. 40 000 Euro kosteten Motor, Fahrwerk und Karosserie, 20 000 Euro Verschleißteile, Reifen und Werkzeuge. 10 000 Euro wurden für Startgebühren und Marketing ausgegeben.

 
 
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