Bildungspartnerschaft – dieser Begriff hat am Fachbereich Gesellschaftswissenschaft und Soziale Arbeit der Hochschule Darmstadt eine globale Dimension erhalten. Seit 2009 unterstützen Studenten und Mitarbeiter den in Tansania lebenden Florian Makinya bei seinem Jurastudium.
„Denn anders als in Deutschland muss man in Tansania für seine Schul- und Universitätsausbildung Gebühren zahlen“, sagt Florians Bruder Stephen, der in Würzburg lebt und über den von ihm mitbegründeten Verein „Tushikane“ Bildungsprojekte in Tansania unterstützt.
Informationen zur Bildungspartnerschaft gibt es bei Rolf Keim (rolf.keim@h-da.de) sowie auf der Internetseite von Tushikane www.tushikane.net.
Um Florian Makinya einen juristischen Abschluss zu ermöglichen, der ihm erlaubt, als Anwalt zu arbeiten, müssen im kommenden Jahr noch 2000 Euro aufgebracht werden. „Rund 1300 Euro haben wir zusammen“, sagt Professor Rolf Keim. Er ist optimistisch, dass der noch fehlende Betrag bis Anfang nächsten Jahres zusammenkommt. Bei Informationsveranstaltungen und Abschlussfeiern macht er regelmäßig auf das Projekt aufmerksam.
Die Idee dazu kam ihm anlässlich der Bildungsstreiks vor einigen Jahren. Unter dem Motto der Studenten, „Bildung für alle“, dachte er über die deutschen Grenzen hinweg und begann, sich über Bildungsprojekte im Ausland zu informieren. Dass er dabei Stephen Makinya kennen lernte, sei ein Glücksfall gewesen, sagt er heute: „Es ist schön, dass jemand hier ist, der die Verhältnisse vor Ort genau kennt und gute Kontakte hat.“
Stephen und Florians Eltern leben von der Landwirtschaft. Sie bringen das Geld für Essen und Unterbringung für ihren Sohn Florian auf. Doch mit der Finanzierung der Studiengebühren wären sie überfordert. Auch Stephen Makinya war für sein in Deutschland absolviertes Studium der katholischen Theologie auf ein Stipendium angewiesen. „Meine Eltern und mein Bruder sind über die Unterstützung sehr glücklich“, sagt Stephen Makinya. Immerhin konnte Florian so bereits seinen Bachelor-Abschluss machen.
Gleichzeitig habe die Bildungspartnerschaft eine immense Breitenwirkung, betont Stephen Makinya, der als geistlicher Leiter der christlichen Arbeiterjugend Deutschlands arbeitet. Die gesamte Dorfgemeinschaft sei sich über die Bedeutung von Bildung bewusst. Wer eine Ausbildung oder ein Studium mache, sei für andere Heranwachsende ein Vorbild.
An der HDA wiederum könne man über das Projekt leicht zu weiteren Themen ins Gespräch kommen, sagt er und nennt Beispiele: die Situation der Landbevölkerung, die steigende Zahl von Aids-Waisen, das Verhältnis von Stadt und Land, die Rolle der Frau, soziale Konsequenzen von durch Weltbank und Internationalem Währungsfonds geforderten Maßnahmen.
„Und die hiesigen Studenten können mit einem relativ geringen Betrag zum Gelingen der Bildungspartnerschaft beitragen“, betont Rolf Keim, der sich schon über zehn Euro pro Student und Jahr freut. Rund ein Drittel der Studenten am Fachbereich beteiligt sich an der Bildungspartnerschaft. Hinzu kommen Spenden von Kollegen, der Fachschaft sowie von Eltern von Absolventen.

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