„Ich habe drei Monate gebraucht, bis ich die richtige Haltestelle gefunden habe.“ Architekturstudent Christopher Müller hat am eigenen Leib erfahren, wo die Schwachstelle der Hochschule Darmstadt liegt: Die Orientierung auf dem Campus fällt nicht nur Besuchern, sondern auch Studenten und Mitarbeitern schwer.
Das Präsidium hatte deshalb die Studierenden um Rat gebeten und kurzerhand aus dem Problem einen Wettbewerb gemacht. Unter dem Motto „Zeigen, wo's langgeht“ wurden ab August 2010 Studierende der Hochschule aufgerufen, ein „Orientierungssystem Campus Darmstadt“ zu entwickeln. Oliver Glindemann vom Kompetenzzentrum Lehre plus, das federführend in diesem Projekt tätig ist, möchte Studierende an der Gestaltung ihres studentischen Umfeldes aktiv beteiligen.
In dieser Woche wurden die besten Ideen gekürt: Eine Jury aus Hochschullehrern, Mitarbeitern der Hochschule und Studierenden hatte die drei besten aus insgesamt 22 eingereichten Arbeiten ausgewählt.
„Der Hochschule ein Gesicht geben“ möchte Kristin Egermann. Die Innenarchitektur-Studentin erhielt mit diesem Projekt den ersten Preis. Sie bemängelte, dass nicht nur das Zurechtfinden auf dem Campus schwierig sei, sondern auch der Weg dorthin Probleme bereite. Sie möchte daher auch außerhalb des Campus die Besucher mit einem Schildersystem leiten.
„Das jetzige System ist einfach unglücklich“, so die Siegerin. Und wie das für eine Innenarchitektin wohl nahe liegt, möchte sie auf dem Campus unter anderem die Möblierung als Wegweiser gestalten – etwa mit Farblich gestalteten Bänken.
Mit einem zweiten Preis wurde der Architekturstudent Christopher Müller ausgezeichnet. Im Projekt „campunile“ stellt er das Hochhaus auf dem Campus ins Zentrum seines Orientierungssystems. Das Team Sebastian Kieffer und Désirée Dunkel, die für das Projekt „wo_la?h_da“ ebenfalls einen zweiten Preis erhielten, kritisierten vor allem die Benennung der Gebäude. „A10 oder B2 verwirren eher“, so die Studenten. „Wir ziehen die Bezeichnung nach Fachbereichen vor.“ Auch soll ein Farbleitsystem, das dem Corporate Design der Hochschule entspricht, bei der Orientierung helfen.
Die Vizepräsidentin der Hochschule, Katja Lenz, war sichtlich begeistert von den Ergebnissen. „Seit sechs Jahren geistert die Idee nun schon herum, jetzt nimmt sie Fahrt auf“, sagte sie. Bleibt abzuwarten, was die Hochschule nun mit diesen vielen Ideen vor hat. „Wir möchten zusammen mit den Preisträgern ein Gesamtkonzept erstellen und umsetzen“, so Katja Lenz. Für die Zukunft habe die Hochschule dann auch eine Erweiterung des Orientierungssystems auf Außenstellen der Hochschule im Blick.
Zunächst aber können die Projekte in einer Ausstellung ab Ende März im Fachbereich Architektur besichtigt werden – vorausgesetzt, der Besucher findet den Weg dorthin.
Farben sollen die Orientierung erleichtern
Preisverleihung: „Zeigen, wo’s langgeht“: Bei einem Wettbewerb entwickelten Studenten Wegweiser für den Campus
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