Am Anfang stand intensives Stühlerücken im Seminarraum der Hochschule Darmstadt (HDA) im Haardtring 100. Mit zehn Teilnehmern hatten die Studienberater gerechnet, es kamen rund 100 zum „Elternabend“ des Student Service Centers (SSC) der Hochschule. Einige mussten der Veranstaltung „Mein Kind wird Student“ vom Gang aus lauschen.
Oft werde man nach den Studiengängen mit den besten Berufsaussichten gefragt, schilderte SSC-Leiter Uli Knoth eine Beratungssituation. „Wer ihnen diese Frage beantwortet, der lügt“, stellte er klar. Der stete Wandel am Markt lasse Vorhersagen nicht zu. Auch ob Bachelor- oder Master-Absolventen bessere Chancen haben, hänge von der Lage am Arbeitsmarkt ab. Man solle das studieren, was zu seinen Neigungen und Fähigkeiten passe, riet Knoth, und die Inhalte namensgleicher Studiengänge vergleichen.
Ein Studium koste im Monat zwischen 560 und 1100 Euro, verwies Studienberaterin Tanja Niemann auf Erhebungen. Das hänge von Ort, Wohnart (alleine, WG, bei den Eltern) und Fach ab. In Darmstadt zahle ein Student durchschnittlich 321 Euro Miete, in München 348. Ein Teil der Kosten seien die Semesterbeiträge, an der HDA aktuell 247 Euro. In Bayern und Niedersachsen müssten zudem noch 500 Euro Studiengebühren pro Semester bezahlt werden.
Das von Elterneinkommen und Familiensituation abhängige Bafög liegt bei höchstens 670 Euro pro Monat, 400 Euro könnten anrechnungsfrei dazuverdient werden. „Drei Prozent aller Studierenden im Jahr 2009 waren Stipendiaten”, wies Niemann auf das noch ausbaubare Stiftungswesen hin. Da es auch sehr spezielle Stiftungen gebe, empfahl sie eigene Recherchen.
Eigeninitiative sei auch bei den seltenen Dualen Studiengängen (weniger als drei Prozent aller Studienplätze) notwendig, sagte Berater Mathias Ihrle. Bei diesen kooperieren Unternehmen mit Hochschulen und stellen die Teilnehmer ein, um sie früh an die Firma zu binden.
„Die Unternehmen nehmen aber nicht jeden”, wies Ihrig auf Auswahlverfahren hin. „Die starten damit ein Jahr vorher.” Man müsse beim kurzen Weg zum Abitur (G 8) schon mit 16 oder 17 Jahren wissen, was man studieren will. „Fragen sie die Personalabteilungen”, schlug Ihrig vor. Einige Unternehmen wollten von den Interessenten gefunden werden und stünden daher bewusst nicht auf Listen.
„Die Veranstaltung war ein gutes Update“, sagte ein Ingenieurvater aus Frankfurt, dessen Sohn 2013 mit der Schule fertig sein wird. Ein Egelsbacher lobte, dass er nun wisse, wo er oder seine Kinder nachfragen können, ein Vater aus Dreieich fand das Duale Studium interessant für seine Kinder, die zur Zeit in der elften Klasse sind. Die Veranstalter selbst waren mit ihrem „Elternabend“ zufrieden und überrascht vom Interesse.
Andrang beim Elternabend
„Mein Kind wird Student“ – Viele Besucher in der Hochschule
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