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24. März 2011  |  mand

Zehn Bewerbungen pro Studienplatz

Bildung: Studieninteressierte informieren sich am Tag der offenen Tür über die Evangelische Fachhochschule – Ab April neuer Name – Alle Sitzplätze belegt

Eine Tüte mit vielen  Infos zur Begrüßung. Foto: Roman Grösser
| Vergrößern | Eine Tüte mit vielen Infos zur Begrüßung. Foto: Roman Grösser


Die Evangelische Fachhochschule nennt sich um. Nach vierzig Jahren heißt sie ab kommendem Monat Evangelische Hochschule Darmstadt, kurz EHD. Noch unter altem Namen waren am Mittwoch auf dem Campus Zweifalltorweg hinter dem Hauptbahnhof alle Türen geöffnet, damit Studieninteressierte Seminarluft schnuppern konnten.
Nur 1500 Studienplätze sind vorhanden – das macht die Atmosphäre so familiär. Über das Erasmus-Programm vermittelt Leonie Hammerla fünfzig Studenten einen Auslandsaufenthalt über das Erasmus-Programm. Andererseits ist der Andrang groß. „Es bewerben sich teilweise zehn Mal mehr Interessierte, als wir Studienplätze haben“, weiß Pressesprecher Tobias Ehrig. Die Professorin Dagmar Hosemann kennt den Grund: „Wir sind die einzige Hochschule für ausschließlich soziale Berufe.“ Deshalb zählt hier nicht nur der Notendurchschnitt, sondern auch das soziale Engagement.
Zusatzpunkte gibt es für ein Freiwilliges Soziales Jahr, das Elisabeth Biehl-Menzel und Sandra Schollmeyer propagieren. Sie kennen sämtliche evangelischen Träger, auch im Ausland. Während das Kindergeld weiter läuft gibt es Taschengeld, Verpflegung sowie eine Kranken- und Unfallversicherung während dieser Zeit.

Bastian Laucks hat die Chance im Muckerhaus der Diakonie in Arheilgen ergriffen, wo er sich um soziale Brennpunkte kümmert. Amina Imaussar arbeitet in einer Wohngruppe der Nieder-Ramstädter Heime mit Behinderten. Christina Lohr ist aus dem Spessart gekommen, um sich über den Aufbaustudiengang „Integrative Heilpädagogik“ zu informieren.
Vor allem aber geht es an diesem Mittwoch um grundständige Studiengänge sowie „Bildung und Erziehung“, das nagelneue Verbundstudium: „Nach zwei Jahren Fachschule, zum Beispiel im Elisabethenstift, kommt ein halbjähriges Praktikum“, erklärt Sabine Wolferstädter den Studiengang, „danach führen drei Semester zum Bachelor.“ Und damit es in dieser Zeit finanziell nicht klemmt, vermitteln Klaus Muth und Markus Hillebrecht bei Bedarf einen besonderen Studienkredit. Gefragt sind an diesem Mittwoch auch die Mini-Seminare. Sie dauern jeweils eine halbe Stunde.
Bei Professor Johannes Stehr sind beispielsweise alle vierzig zur Verfügung stehenden Sitzplätze belegt, und ein gutes Dutzend Zuhörer lehnt an den Wänden. Er spricht über Untersuchungen, in denen sich zwei Drittel der Befragten für härtere Strafen aussprechen. Dabei sitzt in den USA bereits fast jeder hundertste Bewohner im Gefängnis; in Deutschland ist es erst jeder tausendste. Sein Forschungsgebiet ist die Soziale Arbeit – und die ist seiner Ansicht nach unvereinbar mit härteren Strafen.

 
 
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