Die Evangelische Fachhochschule Darmstadt (EFHD) und das Evangelische Krankenhaus Elisabethenstift wollen gemeinsam einen »Meilenstein in der Hospiz- und Palliativforschung« setzen. EFHD-Präsidentin Alexa Köhler-Offierski gab am Donnerstag bei der Semesterpressekonferenz die Gründung eines »themenzentrierten Instituts« bekannt, das das Wissen in diesem Bereich erweitern soll.
Sie gehe davon aus, dass der Vertrag in den nächsten Tagen unterzeichnet und damit eine »Lücke zwischen der hospizlich-schmerzmedizinischen Versorgung und der wissenschaftlichen Bearbeitung offener Forschungsfragen« geschlossen werde, sagte Köhler-Offierski. Das künftig im Elisabethenstift angesiedelte »Institut für Hospiz- und Palliativforschung« sei ihres Wissens die bundesweit einzige Einrichtung dieser Art. Die praxisnahe Forschung gewinnt nach Beobachtung der Hochschulpräsidentin auch in den anderen Fachbereichen eine »zunehmend größere Bedeutung« - vor allem hinsichtlich der Alterung der Gesellschaft. Dazu arbeitete auch Professor Bernhard Meyer. Er habe mit seinem kürzlich abgeschlossenen Forschungsprojekt »Entwertete und abwesende Großeltern« gravierende Defizite in der Kinder- und Jugendbuchliteratur aufgedeckt, sagte er. In den Büchern würden »munter die alten Rollenklischees verbreitet«. Dass sich beispielsweise Großeltern scheiden ließen oder weit entfernt wohnten, komme darin nicht vor. Das von der Literatur gezeichnete Bild des Zuhauses existiere allenfalls noch in Familien mit Migrationshintergrund. Auf Mängel stieß auch Michael Schilder, der die Errichtung des Demenzservicezentrums im Landkreis Darmstadt-Dieburg seit 2008 wissenschaftlich begleitet. Den größten Handlungsbedarf machte der EFHD-Professor in einer verstärkten Informations- und Aufklärungsarbeit aus. Pflegende Angehörige nutzten »trotz Überforderung« die Entlastungsangebote des Zentrums nur wenig. Besonders in ländlichen Gebieten fehle das Bewusstsein, dass die Inanspruchnahme von Hilfe keine Schande sei.Mit ihrem »noch im Werden und Wachsen« begriffenen Forschungsprojekt zu Seniorentreffs kam Professorin Gabriele Kleiner einer Anfrage der Arbeiterwohlfahrt nach. Um das Ende solcher Gruppen zu verhindern, über das »auch viele Kirchengemeinden klagen«, empfahl die Sozialgerontologin die Weiterentwicklung der Begegnungsstätten »hin zu intergenerativen Stadtteiltreffs«. Die wären stärker in das soziale und kulturelle Leben des Viertels eingebunden.
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