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11. März 2011  | 

Nomen est Omen oder – wie kam Darmstadt zu seinem Namen?

Von Angela Raneri
Die Stadt am Woog macht neugierig. Schon Fernseh-Moderator Stefan Raab stolperte in seiner Sendung „TV Total“ beim Blick auf die Deutschlandkarte über Darmstadt und fragte sich, wie die südhessische Metropole zu ihrem Namen kommt.



Aber wie wurde Darmstadt eigentlich zu Darmstadt? Heimatforscher haben drei Erklärungsversuche parat:



1.) Die Grafentochter Darmunda


Darmunda, die Tochter eines reichen Grafen aus dem Odenwald, war einem armen, nicht standesgemäßen Ritter, sehr angetan. Es kam, wie es kommen muss: Der Vater verbot den Umgang, Darmunda trotzte und floh mit ihrem Geliebten.


Das Paar wohnte in einem selbstgebauten Eigenheim in der Gegend, wo sich heute in etwa Darmstadt befindet, und lebte glücklich zusammen. An dieser Stelle geht die Geschichte aber nicht wie vermutet mit „und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute...“ weiter.



Vielmehr kam nach vielen Jahren der reiche Graf, Darmundas Vater, zum Jagen in das Gebiet und traf auf seine Tochter. Doch statt der befürchteten Standpauke freute sich der alternde Adelige über das Wiedersehen – nicht zuletzt weil er gleichzeitig zweifacher Großvater geworden war.


Jetzt kommt das erwartete Happy End: Der Graf – glücklich, Tochter und Enkel gefunden zu haben – baute für Darmunda und seinen Schwiegersohn ein Schloss.


Im Laufe der Zeit entwickelte sich daraus eine kleine Siedlung und später sogar eine Kleinstadt. Diese wurde schließlich mit „Darmstadt“ nach Darmunda benannt.



2.) Aus Armstadt wird Darmstadt


Darmstadt hieß ursprünglich Armstadt, weil nur arme Leute den Ort bevölkerten. Die Stadt besaß einen Landgrafen, der nach einem geeigneten Bauplatz für sein Schloss suchte.


Da er nicht im Armenviertel hausen wollte, entschied er sich dazu, sein Anwesen im nahegelegenen Umstadt – inmitten wohlhabender Einwohner – zu errichten.


Sein Vorschlag stieß nicht auf fruchtbaren Boden: Die Umstädter weigerten sich, einen Fürsten in ihre Stadt zu lassen, da es ihnen bereits sehr gut ging und sie aus diesem Grund nicht unter den Fittichen eines Adeligen leben wollten.


Gesagt, getan: Der Bau des Schlosses kam nicht zustande. Der Landgraf, verärgert und erbost, gab der widerspenstigen Ortschaft den Namen Dummstadt. Sein Herrschaftsgebäude ließ er in Armstadt errichten.


Erst viele Jahre und Beschwerden später erlaubte der Landgraf beiden Orten, ihren Namen zu ändern: Die Dummstädter gaben das „D“ an die Armstädter ab, und von nun an hießen die Städte „Darmstadt“ und „Umstadt“.



3.) Der Wildhüter Darimund


Lange ist’s her, da war die Gegend, in der heute Darmstadt liegt, ein riesiger Forst, der dem König gehörte. Wildhüter waren mit der Aufsicht beauftragt.


Einer davon war der edle Franke Darimund, dessen Jagdhaus man „Stat des Darimund“ oder auch „Darimundstat“ nannte. Im Laufe der Zeit wurde daraus „Darmundenstat“ – und noch viel später eben Darmstadt.



Welche Variante trifft wohl zu? Genau weiß man bis heute nicht, ob eine der Geschichten stimmt oder Darmstadt aus anderen Gründen zu seinem Namen kam – etwa wegen des Darmbachs oder wegen einer Vielzahl so genannter Damhirsche, die vor etlichen Jahren hier hausten (Einheimische sagen „Damstadd“).

 
 
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