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14. März 2011  |  pep

Darmstadt hat 15 Schwestern

Europastadt: 1958 begann der rege Austausch mit früheren Kriegsgegnern

Die Brücke über über den Ebro, im Mittelalter gebaut, ist das Wahrzeichen von Logroño, der jüngsten Darmstädter Schwesterstadt. Die Flachrelief-Platte aus Bronze wurde in das Pflaster in der oberen Rheinstraße eingelassen Foto: Claus Völker
| Vergrößern | Die Brücke über über den Ebro, im Mittelalter gebaut, ist das Wahrzeichen von Logroño, der jüngsten Darmstädter Schwesterstadt. Die Flachrelief-Platte aus Bronze wurde in das Pflaster in der oberen Rheinstraße eingelassen Foto: Claus Völker

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Nie wieder Krieg: Aus Feinden müssen Freunde werden. Wenn die Völker einander kennenlernen, hat der Hass keine Chancen. Das waren die Überlegungen, die 1958/59 in Darmstadt zu den ersten Städteverschwisterungen mit Troyes (Frankreich), Chesterfield (England) und Alkmaar (Holland) führten. Als jüngste – fünfzehnte – Schwesterstadt ist Logroño im Jahr 2002 dazugekommen.


Seit 1975 darf Darmstadt wegen seiner rührigen Jumelage-Politik den Titel Europastadt tragen. Für ihre Aktivitäten erhielt die Stadt 1964 die Europafahne und im Jahre 1975 den Europa-Preis des Europa-Rates in Straßburg.


Das Europabild der Darmstädter ist dank der Kontakte zu 15 Schwesterstädten äußerst vielfältig. Als Schüler lernen sie Chesterfield (England), Plock (Polen) oder Troyes (Frankreich) kennen, als junge Erwachsene können sie in diesen und anderen Städten Berufspraktika machen oder sich für ein Studium einschreiben.



Kontaktstelle für Darmstädter Bürger wie auch für Schwesterstädter auf Besuch ist das städtische Büro für Städtepartnerschaften und internationale Kontakte im Neuen Rathaus, Luisenplatz 5, Telefon 06151/132321. Von Jumelage-Müdigkeit keine Spur: Büro-Leiter Bernd Schäfer weist darauf hin, dass die Zahl der Projekte und internationalen Begegnungen in den vergangenen Jahren kontinuierlich zugenommen hat.


2006 gab es 445 Begegnungen, an denen 2294 Personen teilnahmen. Schulen, Vereine, Institutionen, aber auch Familien und Einzelpersonen nutzen die Vorteile der Partnerschaft. Die Darmstädter können sich im städtischen Büro über die einzelnen Schwesterstädte und jene Hotels informieren, die ihnen aufgrund der Jumelage Übernachtungs-Rabatte geben. Wer einen Praktikumsplatz im Ausland anstrebt oder dort gern eine einheimische Familie kennenlernen möchte, bekommt die entsprechenden Adressen.


Aus den Zahlen des Büros für Städtepartnerschaften geht hervor, dass der Anteil der offiziellen Kontakte bei Reisen in die Partnerstädte lediglich zwei Prozent ausmacht. In keine Statistik fließen die vielen privaten Begegnungen ein, die sich im Lauf der Jahre durch Freundschaften ergeben haben.


Jumelage-Höhepunkte des vergangenen Jahres waren die Jubiläumsveranstaltungen mit Brescia (Italien) und Saanen/Gstaad (Schweiz), die vor 15 Jahren in den Kreis der Darmstädter Schwesterstädte aufgenommen wurden, und das Heinerfest mit den Schwerpunktthemen Trondheim-Logroño-Brescia. Das Büro für Städtepartnerschaften betreute 2006 sechs Auszubildende und acht Praktikanten aus europäischen Ländern.


Im Darmstädter Stadtbild sind die Schwesterstädte ständig präsent: als Straßennamen, als Straßenbahnnamen, auf Tafeln an den Ortseingängen und auf Bronze-Flachreliefs in der oberen Rheinstraße.


Im vorigen Jahr kamen die meisten offiziellen Besucher – nämlich 141 – aus Liepaja (Lettland), gefolgt von Brescia (128 Personen), Chesterfield (108) und Plock (105). Bursa (Türkei) ist mit 7 Personen das Schlusslicht.


Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.darmstadt.de. Ganz neu ist das Internet-Angebot „Arcapo“, das sowohl den privaten Austausch von Bürgern aus Partnerstädten als auch den Austausch von Schulklassen fördert. Mit Hilfe von „Arcapo“ können Darmstädter in den Partnerstädten nach kontaktfreudigen Mitbürgern, Schulen oder Brieffreunden suchen. Oder gastfreundliche Familien finden, die Darmstädter bis zu drei Nächten kostenlos bei sich aufnehmen, sie vom Bahnhof oder Flughafen abholen und ihnen ihre Stadt zeigen. Im Gegenzug sollten ähnliche Angebote gemacht werden. Die Vermittlung der Adressen ist ein kostenloser Service der Europastadt.

 
 
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