90 Jahre sind ein gesegnetes Alter. Der Akademische Sportclub Darmstadt (ASC) fühlt sich nicht vergreist, obwohl sich die Reihen lichten. Er bindet in vielerlei Hinsicht ein buntes und interessantes Völkchen – traditionsbewusst und der Geschichte verpflichtet.
Inzwischen wirkt die Vereinigung mit ihren 100 Mitgliedern im Hintergrund. Als Wohltäter und Herbergsgeber für Studierende an der TU Darmstadt und für den asc Darmstadt. Der Allgemeine Sportclub Darmstadt (asc), der 2012 erst 60 Jahre alt wird, entpuppte sich 1952 aus dem Akademischen. In der Öffentlichkeit bildet der asc heute das Aushängeschild – zählt inzwischen 600 Mitglieder. In der Leichtathletik war und ist er eine Güte-Adresse.
Die akademische Fraktion, Senioren und Studierende (Aktivitas), sponsert vor allem den Leichtathletik-Nachwuchs. „Ein ganz normaler, aber auch ein unnormaler Verein in der Darmstädter Sportlandschaft“, so charakterisiert der frühere Vorsitzende Giorgio Greening (Eberstadt) seine Zunft.
Das 90. Stiftungsfest prägte jüngst ein historischer Stabwechsel. Bei den Neuwahlen endete Greenings Ägide. Zehn Jahre wirkte der Engländer im Vorstand – zunächst als Schatzmeister, ab 2006 an der Spitze. Seit 25 Jahren Mitglied im ASC, studierte der Sohn des früheren ESOC-Finanzschefs an der TUD Chemie und promovierte in Darmstadt. „Für einen Chemiker ein Traum.“ Dank seiner Fußball-Leidenschaft fand der Freizeitsportler zum ASC. Greening war der erste nichtdeutsche Vorsitzende.
Seine Nachfolge markiert die zweite Zäsur. Die Mitgliederversammlung wählte jüngst die erste Frau an die Spitze des altgedienten Männerzirkels. Mareike Schwed studiert an der TU Darmstadt Sportwissenschaft und arbeitet an ihrer Promotion. Greening übergab ein bestelltes Haus. So ist das vereinseigene Clubheim mit 15 Studenten-Zimmern seit 2010 schuldenfrei und abbezahlt. „Es war ein gutes Gefühl, die letzte Hypothek abzulösen“, berichtet der Manager bei BASF in Ludwigshafen.
Der Akademische Sportclub Darmstadt wurde am 21. Juni 1921 im Saal 141 der Technischen Hochschule Darmstadt (heute: Technische Universität) von Studenten gegründet. Laut Satzung „Zur besseren Pflege der Leibesübungen der Studierenden der THD“. Diese Grundeinstellung gilt im Kern bis heute. Greening: „Er steht allen offen – auch den Verbindungen.“
In den ersten Jahren gab es noch keine professionellen Sportler. Doch gewann der ASC bald studentische Spitzenkräfte. Bereits im Gründungsjahr stellten sich bei Hochschulmeisterschaften Erfolge über 60 m, 100 m, im Weitsprung und in der 4x100-m-Staffel ein. Seither stehen 88 Hochschul-Titel in den Annalen.
1925 wurde die „Altakademiker-Abteilung“ angegliedert, was ehemaligen Studenten die Mitgliedschaft eröffnete und erhielt. Weltwirtschaftskrise und Militarisierung des Studiums seit 1933 ließen Studenten kaum mehr Zeit für den Sport. Die wachsende Einmischung der Nazis erschwerte Arbeit erheblich. Dennoch überlebte der Verein und feierte Erfolge.
21. Juni 2011 | Von Hans-Peter Seubert
ASC Darmstadt: 90 Jahre und noch lange nicht vergreist
Akademischer Sportclub Darmstadt hat eine bewegte Geschichte – Wurzel für Studentensport und Leichtathletik
1936 war ASC-Mitglied, Fritz Schilgen Schlussläufer des Fackellaufs der Olympischen Spiele in Berlin. Im selben Jahr traten viele norwegische Studenten ein – der Beginn der Internationalisierung. Der Zweite Weltkrieg läutete das vorläufige Ende des Clubs ein. Alle ausländischen Mitglieder verließen Darmstadt, die deutschen zogen ins Feld. 1940 schloss die THD ihre Tore.
Erst im Sommer 1947 erhielt der ASC die Lizenzierung als „studentische Vereinigung“ und die Erlaubnis, ein kleines Clubheim im ehemaligen Schießstand im Hochschulstadion zu errichten. Die Bauarbeiten begannen in 1948 und endeten 1952. Das „Hüttchen“ existiert heute noch.
Bevor der Sportbetrieb richtig einsetzte, gab es Feste in Vororten von Darmstadt, die gefragt waren. Wegen der Ausgangssperre wurde bis zum frühen Morgen gefeiert, ehe es zu Fuß zurück nach Darmstadt ging. Ab 1949 durfte das von amerikanischen Truppen beschlagnahmte Hochschulstadion mitbenutzt werden. Angebot und Mitgliederzahl wuchsen.
Der ASC bemühte sich lange vergeblich um Aufnahme in den Landessportbund Hessen. Dieser betrachtete ihn als Standesorganisation. Paul Kalbitz und seine Gefolgsleute gründeten deshalb 1952 den „Allgemeinen Sportclub Darmstadt (asc).“ Sie erreichten damit die Aufnahme in den LSBH sowie den Wiedereintritt in den Wettkampfsport. Girogio Greening: „Alle Mitglieder des Akademischen sind automatisch Mitglieder des Allgemeinen Sportclubs.“
Erfolge ließen nicht lange auf sich warten. Der ASC holte 1953 mit der 4x400-Meter-Staffel der THD die erste Hochschulmeisterschaften nach dem Krieg. 1955 wurde der Ältestenrat gegründet. Neben der Altherren-Vereinigung, der Aktivitas (Studierende) und dem asc Darmstadt. Der ASC kaufte das Gelände in der Kekulèstrasse. 14 Jahre sollten vergehen bis das heutige Clubheim stand.
Erst im Sommer 1947 erhielt der ASC die Lizenzierung als „studentische Vereinigung“ und die Erlaubnis, ein kleines Clubheim im ehemaligen Schießstand im Hochschulstadion zu errichten. Die Bauarbeiten begannen in 1948 und endeten 1952. Das „Hüttchen“ existiert heute noch.
Bevor der Sportbetrieb richtig einsetzte, gab es Feste in Vororten von Darmstadt, die gefragt waren. Wegen der Ausgangssperre wurde bis zum frühen Morgen gefeiert, ehe es zu Fuß zurück nach Darmstadt ging. Ab 1949 durfte das von amerikanischen Truppen beschlagnahmte Hochschulstadion mitbenutzt werden. Angebot und Mitgliederzahl wuchsen.
Der ASC bemühte sich lange vergeblich um Aufnahme in den Landessportbund Hessen. Dieser betrachtete ihn als Standesorganisation. Paul Kalbitz und seine Gefolgsleute gründeten deshalb 1952 den „Allgemeinen Sportclub Darmstadt (asc).“ Sie erreichten damit die Aufnahme in den LSBH sowie den Wiedereintritt in den Wettkampfsport. Girogio Greening: „Alle Mitglieder des Akademischen sind automatisch Mitglieder des Allgemeinen Sportclubs.“
Erfolge ließen nicht lange auf sich warten. Der ASC holte 1953 mit der 4x400-Meter-Staffel der THD die erste Hochschulmeisterschaften nach dem Krieg. 1955 wurde der Ältestenrat gegründet. Neben der Altherren-Vereinigung, der Aktivitas (Studierende) und dem asc Darmstadt. Der ASC kaufte das Gelände in der Kekulèstrasse. 14 Jahre sollten vergehen bis das heutige Clubheim stand.
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