Als englische Matrosen, Schüler und Studenten Ende des neunzehnten Jahrhunderts das Fußballspiel nach Deutschland brachten und populär machten, dauerte es auch nicht lange, bis in Südhessen die ersten Männer dem Ball hinterher jagten. So wurde bereits 1897 mit dem Darmstädter Fußballclub (DFC) der erste Darmstädter Verein gegründet. Am 22. Mai 1898 folgte dann der FK Olympia Darmstadt, kurz darauf der FK Viktoria 1900 und der FK Germania 1903. Aus der Fusion von Viktoria und Germania entstand später der Darmstädter SC 05.
Zu diesem Zeitpunkt war der Fußball in Deutschland immerhin schon soweit entwickelt, dass er über organisierte Strukturen verfügte. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) war am 28. Januar 1900 gegründet worden. 1903 wurde dann die erste offizielle deutsche Meisterschaft ausgetragen, die sich der VfB Leipzig durch ein 7:2 im Endspiel gegen den Deutschen FC Prag sicherte. „Die Frage, ob Fußball in Deutschland eingeführt werden soll oder nicht, bedarf keiner Erörterung mehr, sie ist durch die Macht der Tatsachen entschieden“, sagte damals Fußballpionier Konrad Koch.
Wie überall in Deutschland hatte es aber auch in der Region Südhessen der Fußball am Anfang nicht leicht. Vor allem die damals gesellschaftlich fest etablierten Turner bekämpften die „englische Krankheit“ und konservative Kreise witterten Verrat an der so genannten „Volksgesundheit“ durch die neue Sportart. Doch unter anderem die Tatsache, dass das Spiel überall und zu jeder Zeit gespielt werden konnte, wenn nur eine freie Spielfläche zur Verfügung stand, begünstigte den Siegeszug der neuen Bewegung. Da half es auch wenig, dass es zahlreiche Kräfte gab, die der „Fußlümmelei“ skeptisch gegenüber standen.
Sportvereine gab es zu dieser Zeit natürlich auch in Darmstadt schon zahlreich. So unter anderem die TG 1846 Darmstadt (Vorläufer der heutigen TSG 46), die TG 1875 Darmstadt oder die TGB 1865 Darmstadt. Fußballabteilungen erhielten diese Clubs aber alle erst wesentlich später.
Neu gegründet wurde damals unter anderem der FC Olympia 1904 Arheilgen, heute der FCA 04. Aber auch in der Region gründeten sich zahlreiche Fußballclubs. Einer der Ersten war der FC Starkenburgia Heppenheim, der 1900 von Schülern aus der Taufe gehoben wurde und somit die Vorreiterrolle an der Bergstraße übernahm.
„Englische Krankheit“ trifft die Region
Fußball: Auch in Südhessen werden Anfang des 20. Jahrhunderts trotz mancher Widerstände viele Vereine gegründet
Karl Ensgraber war der Gründer des FK Olympia Darmstadt. Das Bild zeigt ihn zusammen mit Theo Daubenfeld und Emil Fischer (von links). Der FK Olympia Darmstadt wurde am 22. Mai 1898 gegründet und ging im Jahre 1919 in einer Fusion mit dem SC 05 Darmstadt in den neuen SV Darmstadt 98 auf. Foto: Echo
Einige weitere Gründungen in der Region: Germania Pfungstadt (1903, Fusion von FC Germania und dem 1. Pfungstädter Fußballclub), FC Alsbach (1906 als FV Alsbach), SG Arheilgen (1903 als FC Germania), VfR Bürstadt (1910), SG Dornheim (1886 als TV Dornheim, Fußballabteilung ab 1910) und Viktoria Griesheim (1906 als FC 06).
Der Siegeszug des Fußballs war also auch in Südhessen nicht mehr aufzuhalten. Das sportliche Aushängeschild der Region entstand schließlich am 11. November 1919. Aus der Fusion des RSV Olympia Darmstadt und des SC 05 wurde der SV Darmstadt 98.
Der Siegeszug des Fußballs war also auch in Südhessen nicht mehr aufzuhalten. Das sportliche Aushängeschild der Region entstand schließlich am 11. November 1919. Aus der Fusion des RSV Olympia Darmstadt und des SC 05 wurde der SV Darmstadt 98.
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