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30. März 2011 Von Sabine Schiner

Forschen in Netzen und in der Schwerelosigkeit

Wissenschaft: Neuer Esoc-Chef will von Darmstadt aus neue Projekte in Angriff nehmen

Thomas Reiter Foto: dpa
| Vergrößern | Thomas Reiter Foto: dpa




Es gibt auf der ganzen Welt nur wenige Manager, die als Jetpiloten bei der Air Force in der USA ausgebildet wurden und als Astronaut mehrere Monate im Weltall verbracht haben. Darmstadt kann bald einen solchen Manager vorweisen: Wie bereits berichtet, wird der Luft- und Raumfahrttechniker Thomas Reiter (51) ab Mitte April das Amt des Direktors für bemannte Raumfahrt übernehmen.


ECHO: Herr Reiter, als Astronaut auf der Internationalen Raumstation ISS hatten Sie ja schon die ganze Erde im Blick. Gibt es auch in Darmstadt Ecken, die Ihnen ganz besonders gut gefallen?
Thomas Reiter: Im Moment bin ich mir nicht sicher, ob ich das schöne Darmstadt so genießen kann, wie es mir wünsche. Aber ich bin mir sicher, dass sich im Laufe der Zeit die eine oder andere Gelegenheit bieten wird, die Stadt besser kennen zu lernen. In Hinblick auf meine Heimatstadt Neu-Isenburg ist mir die Region ohnehin nicht unbekannt.

ECHO: Sie sind bei der Esoc für das neu geschaffene Direktorat für die bemannte Raumfahrt zuständig. Welche Missionen planen Sie?

Reiter: Als ESA-Direktor für bemannte Raumfahrt werde ich sowohl für die bemannte Raumfahrt, die Astronautenausbildung, die Forschung in der Schwerelosigkeit als auch für den operationellen Betrieb von Raumfahrtinfrastruktur und europäischen Satellitenmissionen verantwortlich sein. Es wird mir vor allem darum gehen, sowohl die einmalige Gelegenheit der Forschung auf unserem Außenposten im All, der ISS weiter voranzutreiben und dies mit dem größtmöglichen Nutzen für unsere Gesellschaft als auch den wichtigen Einsatz von Umweltsatelliten zu stärken. Dazu benötigen wir entsprechende Infrastruktur aber auch den Willen, als Europäische Einheit im internationalen Wettbewerb zu bestehen.

ECHO: Wie schätzen Sie Darmstadt als Raumfahrtstandort ein? Steckt da noch Potenzial drin?

Reiter: In Hessen wird viel für die Raumfahrt getan. Nicht zuletzt sieht man das daran, dass das Esoc weiter ausgebaut wird zu dem zentralen Standort für Missionskontrolle im europäischen Netzwerk. Neben der Stärkung Deutschlands im europäischen Verbund der ESA-Staaten bedeutet das natürlich auch die Sicherung und den Ausbau von wertvollen hochqualifizierten Arbeitsplätzen.

 
 


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