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04. September 2010  |  db

Stadt verkauft Ortskern-Fläche an Edeka

Arheilgen: Parlament hofft auf Belebung - Einzelne Stadtverordnete hätten Verpachtung vorgezogen

| Vergrößern | Bald Grundbesitz von Edeka: Auf dieser Fläche vor der Heag-Halle im Arheilger Ortskern soll ein Vollversorger-Markt gebaut werden, dessen Verkaufsfläche bis in die denkmalgeschützte Halle selbst hineinreicht. Foto: Roman Grösser
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Bald Grundbesitz von Edeka: Auf dieser Fläche vor der Heag-Halle im Arheilger Ortskern soll ein Vollversorger-Markt gebaut werden, dessen Verkaufsfläche bis in die denkmalgeschützte Halle selbst hineinreicht. Foto: Roman Grösser

Die Edeka-Gruppe wird Eigentümerin einer mehr als 5000 Quadratmeter großen Fläche im Ortskern von Arheilgen. Das Stadtparlament stimmte am Donnerstagabend dem Verkauf des Areals auf der Südseite des »Goldnen Löwen«, das auch die dortige Heag-Halle umfasst, an das Lebensmittel-Handelsunternehmen zu. Edeka will dort einen Supermarkt bauen.

Gegen den Verlauf hatten einzelne Stadtverordnete energisch, aber letztlich vergeblich Widerspruch eingelegt. Von einer »Versündigung an der Zukunft« sprach Helmut Klett (Uwiga). »Es ist fahrlässig, über 5000 Quadratmeter im Kern bereich der Ortschaft aufzugeben.« Das Gelände sei »Tafel silber« der Stadt.

»Wir sind dabei, das Tafelsilber zu vergolden«, entgegnete Horst Härter (SPD). Edeka sei ein verlässlicher Partner, der künftige Marktleiter für hohe soziale Kompetenz bekannt. Der Edeka-Markt im Ortskern sei eine große Chance für Arheilgen. »Rundherum wird gejammert, dass Ortskerne veröden.«

Es gehe nicht darum, Edeka zu verhindern, antwortete Georg Hang (Alternative Darmstadt). Bei einem Verkauf des Geländes drohe aber eine Entwicklung wie im City-Carree, das heute einem luxemburgischen Investmentfonds mit Sitz in den USA gehöre. »Was ist in 20 Jahren? Ein Weiterverkauf von Edeka an einen Dritten kann auf lange Sicht nicht völlig ausgeschlossen werden, wenn zum Beispiel Edeka sich aus wirtschaftlichen Gründen von diesem Standort zurückzieht.«

Auch Hang forderte daher, den »strategisch bedeutenden Platz« nicht aus der Hand zu geben. Alternative Darmstadt stellte den Antrag, mit Edeka über eine Verpachtung des Geländes zu verhandeln. Die bislang der Heag-Mobilo gehörende ehemalige Wendeschleifen-Fläche, die als Teil der Supermarktgeländes ebenfalls an Edeka verkauft werden soll, müsse notfalls von der Stadt gekauft und dann weiterverpachtet werden.

Edeka sei als Investor erwünscht und nur an einem Kauf interessiert, erklärte dazu Planungsdezernent Dieter Wenzel (SPD). »Heag-Mobilo hat seine 3600 Quadratmeter schon verkauft, und wir sind gut beraten, unsere 1900 Quadratmeter auch zu verkaufen.« Edeka baue hochwertig mit eigenen Architekten und plane offenbar eine langfristige Nutzung.

Ralf Arnemann (FDP) betonte, dass für das Areal ein Bebauungsplan mit klarer Zweckbindung bestehe.

Der Verkauf an Edeka wurde schließlich mit großer Mehrheit gebilligt, gegen zwei Stimmen aus Uffbasse und Uwiga; die Linke und vier weitere Abgeordnete aus Uffbasse und Alternative enthielten sich.

Das bauliche Konzept von Edeka für seinen Markt im Arheilger Ortskern war bereits 2008 als Sieger eines städtischen Wettbewerbs gekürt worden. Es sieht einen Neubau mit gefaltetem Satteldach unmittelbar neben der denkmalgeschützten Heag-Halle vor, die in den Markt einbezogen wird.

Das Stadt parlament hatte dem Vergabeverfahren bereits im Mai 2008 grundsätzlich zugestimmt.


 
 


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