Der Himmel ist strahlend blau, die Sonne knallt, das Quecksilber überklettert die 30-Grad-Hürde spielerisch und vom Schwimmbecken aus sind die sattgrünen Ausläufer des Odenwaldes zu sehen. Dieser Tag ist zum Schwimmen im Mühltalbad prädestiniert. Das freut vor allem Roland Dotzert, Vorsitzender des Eberstädter Ortsverbandes der DLRG. Dank der hochsommerlichen Temperaturen habe die traditionelle DLRG-Veranstaltung „Spiel und Spaß im Mühltalbad“ so viele Teilnehmer „wie schon ewig nicht mehr“, sagt Dotzert.
„Es ist einfach toll heute“, fügt er hinzu. Die vergangenen Jahre, erinnert er sich, habe das Wetter nie mitgespielt. „Mal war es zu kalt“, sagt er. „und im letzten Jahr zog auch noch ein Gewitter auf“. Da mussten alle aus dem Schwimmbecken. „Aber das kann uns dieses Jahr nicht passieren“, stellt Dotzert lachend fest.
Im Gegenteil: Bei diesen Temperaturen, scheint es, findet sich halb Eberstadt im Mühltalbad ein, um sich ein wenig abzukühlen oder um die begehrten, schattigen Plätze unter den Bäumen zu ergattern. Zahlreiche Badegäste, vor allem Kinder und Jugendliche, tummeln sich aber viel lieber am Beckenrand. Dort warten sie geduldig auf das Wettschwimmen der DLRG.
Vier Bahnen haben die Veranstalter dafür im Schwimmbecken belegt. „Die Teilnehmer schwimmen 50 Meter Freistil“, erklärt Dotzert. Am Ende bekomme jeder eine Urkunde mit seiner Zeit. „Und weil wir als DLRG nicht leistungs-, sondern familienorientiert aufgebaut sind, gibt es auch ein Familienschwimmen“, sagt er. Dort würde die Zeit der Familienmitglieder in Punkte umgeschrieben: Je mehr Teilnehmer, desto mehr Punkte für die Familie. So könnten auch eher langsame Schwimmer ihren Teil zum Erfolg beitragen.
Zunächst sind die Einzelschwimmer dran. Besonders Kinder und Jugendliche machen mit – und sind begeistert. Der zwölfjährige Carlos ist eigentlich auf einem Kindergeburtstag und freut sich über das zusätzliche Angebot im Mühltalbad. „Ich schwimme gern“, sagt er, weswegen er mit seiner Zeit unzufrieden sei. „Eine Minute und 11 Sekunden, da hätte ich schneller sein können“, meint er. Wäre da nicht ein kleines Problem gewesen: „Beim Kraulen ist mir die Hose kurz runtergerutscht“, erzählt er den lachenden Freunden. „Da musste ich auf dem Rücken weiterschwimmen.“ Das habe trotzdem Spaß gemacht, bloß dauerte es etwas länger.
Bei Patricia stimmt die Zeit. Die Vierzehnjährige schwimmt die 50 Meter in 46 Sekunden und ist darüber selbst ein bisschen überrascht. „Ich schwimme zwar selbst beim DLRG in Gräfenhausen, aber hier habe ich mich ziemlich verbessert“, sagt sie. Nun möchte sie noch aufs Turmspringen warten. „Eigentlich bin ich hier, weil ich vom Zehn-Meter-Brett springen will.“
Auch das Turmspringen gehört zum Programm der DLRG, ebenso wie das Schnuppertauchen, was allerdings nicht von der DLRG angeboten wird. Das übernehmen die Fachleute der Eberstädter Tauchschule Submariner. Vorsitzender Alex Böhm erklärt: „Hier kann jeder mal das Tauchen probieren.“
Mit 14 Leuten betreut er die Neu-Taucher. Über mangelnde Beschäftigung kann sich keiner beklagen, den gesamten Nachmittag über wollen rund 75 Interessierte auf Tauchgang gehen. „Wir kriegen viel positives Feedback“, freut sich Böhm. „Es gefällt jedem, der mitmacht.“ Rado und Richard bestätigen das. Das weckt Fernweh. „Irgendwann will ich mal nach Italien oder Frankreich und muss das noch mal machen“, sagt Rado.
Aber warum in die Ferne schweifen, wenn auch in Eberstadt südländische Temperaturen herrschen? Zumal das Mühltalbad prima für solche Veranstaltungen sei, wie Dotzert lobt. „Die Leute fragen schon, ob sie auch mehrmals schwimmen können“, erzählt er. „Denen antworte ich: ,Na klar, wir nehmen dann eure beste Zeit.‘“
Sommer, Sonne und Badespaß
Mühltalbad – Wettschwimmen, Turmspringen und Tauchen: Die DLRG freut sich übers gute Wetter und die jungen Gäste

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