Bislang ist die Krebstherapie mit Schwerionen, die von Darmstädter Wissenschaftlern entwickelt worden ist, hauptsächlich bei Menschen mit Gehirntumoren möglich. Bei der GSI ist es Forschern nun erstmals mit Hilfe der Tracking-Technik gelungen, die Strahlen auf ein sich bewegendes Ziel zu richten.
Die Wissenschaftler haben dazu einen Brustkorb nachgebaut. Das Modell simuliert Haut, Rippen und Wirbelsäule. Der künstliche Tumor besteht aus mehreren Kammern und enthält Filme, die aufzeichnen, wo die Ionenstrahlen genau auftreffen.
Ein Elektromotor hebt und senkt das Brustkorb-Modell, gleichzeitig bewegt ein Roboterarm den Tumor mit. Kameras nehmen jede Bewegung des Brustkorbs auf und speisen sie in eine Software ein. Aus diesen Daten kann die Software auf die Bewegung des Tumors in der Lunge schließen und innerhalb von Millisekunden den Schwerionenstrahlen anpassen.
Prinzipiell, so die Forscher, sei es möglich, dass die Software auch auf unregelmäßige Atem-Bewegungen reagiert und den Ionenstrahl nachjustiert. „Entsprechende Tests sind für August und November geplant“, heißt es auf Nachfrage bei der GSI-Pressestelle. Vorgesehen sei im ersten Schritt, die Bestrahlung automatisch zu unterbrechen, wenn die Patienten kurz husten müssen. „Die Reaktionszeiten liegen dabei im Millisekundenbereich“, so die Wissenschaftler. In weiteren Tests soll dann auch eine Weiterbestrahlung trotz unregelmäßiger Atmung erprobt werden.
Bis die Technik bei Patienten eingesetzt wird, vergehen allerdings wohl noch einige Jahre.
„Bei Lungenbestrahlungen haben wir mit Reichweiten-Unsicherheiten im Gewebe zu kämpfen“, erklärt der Biophysiker Robert Kaderka. Die Position des Strahls könne in der Tiefe schwanken, eine perfekte Lösung gebe es noch nicht. Ein weiteres Problem sei die korrekte Bewegungserfassung von Tumoren.
Schwerionen gegen Krebs
Wissenschaft – GSI-Helmholtzzentrum testet neues Verfahren für Lungentumore

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