Es gibt Preise, über die sich der Empfänger nicht unbedingt freut. So erhielt die Sparkasse einen neu geschaffenen Negativpreis „Denk mal!“ der Aktion „Ich-kauf-per Rad“ für eine Werbekampagne. Die Sparkasse nahm den Preis – ein Spielzeugsaurier in einem rosa Auto – nicht an, erklärte aber ihre Gesprächsbereitschaft.
„Bei Radfahrern unter dem Slogan ,Lässt Ihr Fahrrad schnell zum Auto werden' für einen Konsumentenkredit zu werben, ist daneben“, kritisierte Stefan Opitz, Vorstandssprecher des Vereins „Innovative Verkehrssysteme Darmstadt, die von der Sparkasse an Fahrrädern angebrachten Flyer mit diesem Aufdruck. Diese Werbebotschaft stelle Radfahren als eine minderwertige Form der Fortbewegung dar. Damit konterkariere die Sparkasse das Ziel vieler Partner aus Verwaltung, Politik Verbänden und weiteren Organisationen, mehr Menschen fürs Radfahren in Alltag und Freizeit zu begeistern, sagte Felix Weidner, Stadtverordneter der Grünen.
Auch die unterschwellige Botschaft, nur Arme führen Rad, sei völlig daneben, rügte Roland Gürtler vom ADFC. Die Fahrradnutzung sei über alle Einkommensschichten relativ konstant, aber gerade in Haushalten mit niedrigem Einkommen am geringsten, zitierte Gürtler aus statistischen Angaben der Stadt vom Jahresanfang.
In einer konstruktiven Atmosphäre seien die Argumente zu der Werbeaktion zwischen Felix Weidner und der Sparkasse ausgetauscht worden, teilte deren Pressesprecher Peter Lehr mit. Dass die Werbebotschaft auch zu nicht gewünschten Interpretationen führen könne, bedauere die Sparkasse.
„Es war nie unsere Intention, Menschen, die sich bewusst für das Fahrrad entschieden haben, aus diesem so umweltschonenden Fortbewegungsmittel weg zu beraten.“, So Lehr. Die Sparkasse stehe der Initiative auch weiter als Gesprächspartner zur Verfügung.
Saurier im rosa Auto für die Sparkasse
Verkehr: Negativpreis „Denk mal!“ von „Ich-kauf-per-Rad“ für umstrittene Werbung
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