Den freien Blick von der Rosenhöhe auf die Mathildenhöhe wird es zunächst einmal nicht geben. Dafür soll kein Baum fallen. Der Magistrat wolle das von ihm zunächst befürwortete Vorhaben nicht weiterverfolgen, erklärte am Mittwoch der Pressesprecher der Stadtverwaltung Frank Horneff: ,,Für die Sichtachse wird kein Zweiglein angerührt." In dem Park lässt das Grünflächenamt lediglich die Bäume fällen, die krank sind oder bei denen die Gefahr besteht umzustürzen.
Der ursprüngliche Plan war auf die 200-Jahr-Feier der Rosenhöhe ausgerichtet. Der Park sollte im Juni ,,in seiner ganzen Schönheit erstrahlen", hatte Oberbürgermeister Hoffmann erklärt. Dazu gehörte auch eine sogenannte Sichtachse. Vom Eingang des Rosariums sollte der Blick auf die goldenen Zwiebeltürme der Russischen Kapelle schweifen können. Doch dabei stören Bäume. Zwei an der Ecke Ludwig-Engel-Weg/Dolf-Sternberger-Weg und drei weiter westlich wären nach den Vorstellungen der Leiterin des Grünflächenamtes, Doris Fath, zu fällen gewesen. Sie hält den Eingriff für vertretbar, weil die Baumgruppen ,,Wildlinge" seien. Fath versprach sich von der Aktion eine ,,erhebliche Aufwertung des Parks für die Besucher".Zwar fand der Vorschlag im Umweltausschuss noch eine Mehrheit. Doch sowohl der Bau- als auch der Haupt- und Finanzausschuss lehnten ihn ab. Für die Sichtachse dürfe kein gesunder Baum fallen, hieß es dort vor allem von Grünen und CDU. Auch während eines Ortstermins des Magistrats wurden Bedenken laut. Zudem gab es die Befürchtung, dass durch die Maßnahmen für die Pflegearbeiten in anderen städtischen Parkanlagen in diesem Jahr weniger Kapazitäten frei seien. Durch die aktuelle Entscheidung des Magistrats hat nun ein Kompromissvorschlag des Fördervereins Rosenhöhe wohl auch keine Chance mehr. Es müssten nicht fünf Bäume gefällt werden, sagt Vorstandsmitglied Dieter Dierolf. ,,Der Eingriff lässt sich minimieren", ist er überzeugt. Statt fünf Bäumen müssten lediglich ein Ahornstamm entfernt und ein Baum entastet werden. Bei einem Zwetschgenbaum reiche es, ihn regelmäßig auszuasten. ,,Eine minimalinvasive Maßnahme" nennt Dierolf das. Auf diese Weise könne die Sichtachse ,,wiederhergestellt" werden. Den Hinweis, es gebe dafür kein historisches Vorbild, da der Park bereits im Jahre 1810, die Mathildenhöhe aber erst 90 Jahre später gebaut wurde, lässt Dierolf nicht gelten. ,,Die Sichtverbindung ist gewachsen", sagt er. Für den Förderverein, der unter anderem die Sanierung des Löwentors begonnen hat, ist die Aufwertung der Rosenhöhe im Jubiläumsjahr durchaus angebracht. Das Ensemble aus englischer Parklandschaft, Rosarium und Obstwiesen sei als Darmstädter Gartenstil in die Gartenkunst eingegangen. ,,Alle, die sich mit dieser Kunst befassen, wissen um die herausragende Bedeutung der Sichtachse", sagt Dieter Dierolf. Die wird es nun nicht geben. Dennoch haben auf der Rosenhöhe Arbeiten begonnen. Seit gestern werden von Fäule und Pilzen befallene und zu dicht stehende Bäume gefällt. Nach dem Konzept der Stadtverwaltung sind davon 39 Bäume mit einem Stammdurchmesser von 20 bis 40 Zentimeter und neun Bäume mit mehr als 40 Zentimeter Stammdurchmesser betroffen.




Merken
|



























