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Alter Hut mit Tentakeln: Phil Ludwig kannte die ECHO-Titelqualle bereits aus einem Sachbuch über Ozeane. Foto: Claus Völker
,,Forscher entdecken bizarres Leben in der Tiefsee": Unter dieser Überschrift hat das ECHO am Freitag über ein Forschungsprojekt australischer Wissenschaftler berichtet, die nach eigenen Angaben mit ferngesteuerten Kameras bislang unbekannte Tiefseebewohner entdeckt und spektakuläre Fotos mitgebracht haben. Eines davon, es zeigt eine leuchtend rote Qualle, zierte die Titelseite der Zeitung; das eindrucksvolle Bild wurde auch in anderen Medien gezeigt. Verbreitet wurde es von der Nachrichtenagentur AFP. Einem Darmstädter Jungen aber kam die Sache spanisch vor: Der siebenjährige Zeitungsleser Phil Ludwig aus Eberstadt holte aus seinem Zimmer das Sachbuch ,,Insider-Wissen Ozeane" - und tatsächlich ist in dem bereits 2007 erschienenen Werk auf Seite 56 das gleiche Foto abgedruckt (nur schwimmt die Qualle hier seitwärts). Es handelt sich laut Buchtext um eine Kronenqualle, die sich von Krustentieren und organischen Partikeln ernährt und blaue Lichtblitze abgeben kann. ,,Im Artikel steht, dass es eine seltene Tierart ist, aber aus der Überschrift könnte man meinen, sie sei neu entdeckt", bemerkt der Eberstädter Ozean-Experte, der nach den Sommerferien in die zweite Klasse kommt, völlig zu Recht. Die Redaktion stellt verdattert fest, dass sie ihre meeres
biologischen Kenntnisse verbessern und vielleicht auch den Nachrichtenagenturen mehr auf die Finger sehen muss.
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