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19. September 2011  | lex

Migrantenvertreter werden qualifiziert

Integration: Stadt startet die zweite Förderperiode des Lokalen Aktionsplans


Stärkung der Migrantenselbstorganisation und aktivere Teilhabe der sie vertretenden Gruppen: Das sind Ziele der zweiten Förderperiode des „Lokalen Aktionsplans für Vielfalt, Toleranz und Demokratie“ (LAK), der sich seit fünf Jahren im Rahmen eines Bundesprogramms für Integration einsetzt. Unter dem Motto „Vereine stärken – Perspektiven erweitern“ sollen nun bis Ende 2013 Migrantenvertreter gezielt geschult und ein Netzwerk aufgebaut werden.
„Teilhabe und Mitsprache ist ein starkes Anliegen in unserer Stadt“, betonte Oberbürgermeister Jochen Partsch am Freitagabend bei der Auftaktveranstaltung im Heiner-Lehr-Zentrum, das passenderweise zugleich Darmstadts ersten Interkulturellen Treff beherbergt. Wie auch bei den bisherigen mehr als fünfzig Projekten des Aktionsplans gehe es auch bei den künftigen um eine Stärkung der zivilen und demokratischen Kultur der Stadtgesellschaft.
Zielgruppen des 2006 unter dem Motto „Vielfalt tut gut“ gestarteten Bundesprogramms sind laut Udo Engbring-Romang von der LAP-Koordinierungsstelle bislang in erster Linie Kinder, Jugendliche und Lehrkräfte gewesen. Nun rücken verstärkt die Migranten selbst als Akteure in den Blick – „weil bisher vernachlässigt“, wie der Projektkoordinator einwarf. Laufende Projekte seien zum einen der Aufbau der mobilen Ausstellung „Hornhaut auf der Seele“ zur Verfolgung der Sinti und Roma in Hessen zu einer Dauerschau und zum anderen die Qualifizierung von Migrantenvertretern, begleitet und geschult vom „Verein für Kultur und Bildung“ (Kubi) aus Frankfurt.
Hierzu hat sich bereits die „Interessengemeinschaft Darmstädter Migrantenselbstorganisation“ gegründet aus den vier Vereinen „Russischer Frauenverein Alice“, „Eritreischer Kulturverein“, „Ditib Darmstadt“ sowie „Alevitische Gemeinde Darmstadt“. Neben den vier Trägervereinen wollen sechs weitere Migrantengruppen an der Qualifizierungen teilnehmen. Bereits gestartet sei hierzu die Ausbildung von Multiplikatoren, die noch bis Ende des Jahres laufe.

„Ich bin mir sicher, dass das nicht nur ein Gewinn für die Migrantenselbstorganisation ist, sondern auch für die Stadt“, befand „Kubi“-Geschäftsführer Arif Arslaner. So würden unter anderem Vorurteile abgebaut – „auch auf Seiten der Migranten“, wie der Diplompädagoge einwarf. Und es ergäben sich neue Ansprechpartner.
Dass es der engagierten Migranten-Gemeinschaft nicht mangelt an Visionen, machten indes die Ergebnisse eines ersten Workshops deutlich, die an einer Wand präsentiert wurden. „Gleichberechtigtes Zusammenleben“ oder „Wahrnehmung als ernstzunehmender Partner“ war da genau so zu lesen wie der konkrete Wunsch nach einem gemeinsamen Vereinshaus, einem kommunalen Wahlrecht oder der Anerkennung ausländischer Abschlüsse.

 
 


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