Den 23. Oktober wird Hatice Acar so schnell nicht vergessen. Die Vorsitzende des kurdischen Beratungs- und Informationszentrums in Darmstadt erlebte am Fernseher das schwere Erdbeben, das vor knapp zwei Monaten den Osten der Türkei erschütterte. 2262 Häuser stürzten ein, tausende Menschen wurden verletzt oder getötet. Familien kämpfen seither um ihre Existenz. „Uns war sofort klar, dass wir den Opfern helfen müssen“, erklärt Hatice Acar. Doch es ist schwierig, die Hilfe zu den Bedürftigen zu bringen.
Innerhalb kürzester Zeit startete das Zentrum einen Spendenaufruf, dem viele Menschen folgten: Tonnenweise wurden alte sowie neue Kleider gespendet. „Fast jeder hat ein paar Klamotten zuhause, die er nicht mehr braucht. Diese können den Opfern sehr helfen“, sagt Hatice Acar. Die gespendeten Kleider befinden sich momentan aber noch im kurdischen Informationszentrum in der Elisabethenstraße. Denn die Überführung der Pakete in die Türkei ist problematisch: Die türkische Regierung lehnt jede Hilfe von außen ab, verweist auf eigene Kräfte. „Es ist unfassbar, dass so viele Menschen leiden müssen, aber wir nicht helfen dürfen“ klagt Acar.
Zwar hat die türkische Regierung inzwischen um Hilfe in Form von Unterkünften gebeten. Doch dem kurdischen Informationszentrum nutzt dies nichts: Laut Acar werden die Hilfspakete weiterhin abgelehnt.
Hilfspakte bleiben liegen
Spenden – Kurdisches Informationszentrum sammelt für Erdbebenopfer – Türkei lehnt ab
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