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Ein Güterwaggon ersetzt zwei 24-Tonnen-Laster. Auf der städtischen Gleisanlage an der Mainzer Straße ließ Schrotthändler Heckmann am Montag zum ersten Mal nach sieben Jahren wieder eine Schrottladung mit der Bahn abtransportieren. Den Betrieb der Gleisanlage versteht die Stadt als Wirtschaftsförderung. Foto: claus völker
Sieben Jahre ist es her, da wurde zum vorerst letzten Mal ein Güterwaggon mit Schrott vom Gleis der Recyclingfirma Heckmann & Assmuth an der Mainzer Straße abgeholt. Am gestrigen Montag ging die jahrelange Pause zu Ende. Fünfzig Tonnen hochwertiger Stahlschrott traten die Reise in einen weiterverarbeitenden Betrieb in der Nähe von Graz in Österreich an, Material aus Mittel- und Osteuropa, das Heckmann & Assmuth im Auftrag der Firma VMM aus Mömlingen dort gelagert und verladen hatte.
Die Gleisanlage, auf der der Rangierdienst der Bahn in Mainz-Gustavsburg eine Lok schickte, um den Waggon abzuholen, gehört der Stadt. ,,Kein originäres Geschäft", räumte Verkehrs- und Liegenschaftsdezernent Dieter Wenzel am Montag ein. Aber eins mit einer politischen Dimension, wenn man als Stadt den Willen hat, soviele Güter wie möglich weg von der Straße auf die Schiene zu bringen. Und ein Bestandteil der Wirtschaftsförderung, wenn es Firmen gibt, die ihre Güter auf diese Weise transportieren lassen wollen.
Rund 50 000 Euro hat die Stadt für die Instandhaltung der Schienen und Weichen in den vergangenen Jahren investiert, rund 250 000 Euro werden in den kommenden beiden Jahren noch fällig. Neben Heckmann & Assmuth nutzen die Anrainer von Mainzer Straße und Kirschenallee, Donges, Evonik-Röhm und Hofmann-Rieg, die Anbindung.
Ein Güterwaggon ersetzt zwei Lastwagen. Macht allein bei Heckmann & Assmuth acht 24-Tonner im Monat. ,,Es ist eine kleine Maßnahme, aber das läppert sich", sagte Wenzel und verwies auf die Feinstaubproblematik und die verschärften Stickstoffoxid-EU-Grenzwerte, die ab Januar gelten. Würden die Schienen und Weichen nicht instand gehalten, müssten sie abgerissen werden, und diese Form des Transports wäre überhaupt nicht mehr möglich.
Noch Mitte der achtziger Jahre waren es im Monat siebzehn Waggons, die vom Schrottplatz abfuhren. Das Geschäft ging kontinuierlich immer mehr zurück, berichtet Seniorchef Rudi Heckmann, nicht zuletzt deshalb, weil die Bahn die Waggons nicht mehr pünktlich lieferte. ,,Schrott ist geringwertig, Personenbeförderung ist lukrativer", sagt Heckmann. Dennoch hatte er all die Jahre weiterhin die Trasse mit den Gleisen gepachtet. Gestern also wurde sie erstmals wieder benutzt.
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