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Entscheidung für Straßenbahn-Abzweig zur Lichtwiese

Der Campus Lichtwiese habe sich in den vergangenen Jahren durch Neubauten wesentlich verändert

Verlauf des geplanten Straßenbahn-Abzweigs von der Nieder-Ramstädter Straße zum Campus Lichtwiese.
Verlauf des geplanten Straßenbahn-Abzweigs von der Nieder-Ramstädter Straße zum Campus Lichtwiese.
Die Stadtverordnetenversammlung hat am Donnerstagabend mit grün-schwarzer Mehrheit m Grundsatz beschlossen, den Campus TU-Lichtwiese mit einem Straßenbahnabzweig von der Haltestelle „Hochschulstadion“ an der Nieder-Ramstädter Straße über den Lichtwiesenweg an das ÖPNV-Netz anzuschließen.
DARMSTADT.

Die Stadtverordnetenversammlung hat am Donnerstagabend mit grün-schwarzer Mehrheit m Grundsatz beschlossen, den Campus TU-Lichtwiese mit einem Straßenbahnabzweig von der Haltestelle „Hochschulstadion“ an der Nieder-Ramstädter Straße über den Lichtwiesenweg an das ÖPNV-Netz anzuschließen.

Grundlage der Entscheidung der Stadtverordnetenversammlung, die damit einem Beschluss im Bauausschuss folgte, war eine von der Dadina beauftragte Machbarkeitsstudie zur Straßenbahnanbindung des Campus Lichtwiese.

Im Vergleich zur Variante durchs Woogsviertel (Roßdörfer Straße und Petersenstraße, entlang der Route von K- und KU-Bus) hatte der Abzweig an der Haltestelle Hochschulstadion den besseren Nutzen-Kosten-Faktor ergeben (1,62 zu 1,02). Dieser Wert ist wichtig, weil nach dem hessischen Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz das Land nur Projekte mit einem Wert über 1,0 fördert.

Investitionskosten für die Stadt: 2,9 Millionen Euro

Der städtische Eigenanteil an den Investitionskosten von insgesamt 8,3 Millionen Euro beträgt laut Baudezernentin Brigitte Lindscheid (Grüne) 2,87 Millionen Euro. Die jährlichen Betriebskosten veranschlagte sie mit 654 000 Euro. Georg Hang (Uffbasse) kam dagegen auf fast 900 000 Euro, da man die Finanzierungskosten und jährliche Abschreibung mitrechnen müsse.

Der Campus Lichtwiese habe sich in den vergangenen Jahren durch Neubauten wesentlich verändert, sagte Lindscheid. Mittlerweile gebe es dort 10 000 Studierende und 3000 Beschäftigte der TU. „Das sind genau so viele Menschen, wie in Bessungen leben. Da würde man doch auch nicht lange über einen Straßenbahnanschluss nachdenken“, warb sie für den Abzweig mit einer Wendeschleife nördlich des neuen Medienzentrums und nannte Zahlen einer Umfrage, die im Rahmen der Machbarkeitsstudie erhoben worden waren. Danach würden 65 Prozent die Tram begrüßen, 30 Prozent sagten, das bringe nichts.

Die Oppositionsfraktionen im Parlament sprachen sich im Grunde meist auch für die Straßenbahn aus, kritisierten aber, dass nun vor dem Vorliegen ausstehender Untersuchungen schon die Umsetzung beschlossen werden solle.

Hier würden der erste Schritt, „prüfen“, und der zweite, „machen“, gleichzeitig getan, bemängelte Bernhard Schubach (Piraten). Katrin Kosub (SPD) sprach von einem unnötigen „Schweinsgalopp“, und Hang verwies darauf, dass sich die Stadt mit der Beantragung der Landeszuschüsse noch bis Juni nächsten Jahres Zeit lassen könne. Auch Karl-Heinz Böck (Linken) warnte davor, den Anschluss übers Knie zu brechen: „Sonst landen wir am Ende bei ,Neue Weg in Arheilgen'“, spielte er auf die damaligen Kostensteigerungen an.

Uffbasse versucht vergeblich, zu bremsen

Uffbasse verlangte, das Wort „umsetzen“ zu streichen, drang damit aber genau so wenig durch wie Erich Bauer (Uwiga), der verlangte, die Technische Universität, der der Anschluss ausschließlich zugutekomme, über einen städtebaulichen Vertrag an den Kosten zu beteiligen „wie jeden anderen Investor“.

Das lehnten Koalitionspolitiker ab. Hildegard Förster-Heldmann (Grüne) verwies auf die Verantwortung für 10 000 Studenten und Ctirad Kotoucek (CDU) sagte, von einer wissenschaftlichen Einrichtung in der Wissenschaftsstadt Darmstadt Geld für den Straßenbahnanschluss zu verlangen, sei fatal: „Soll die TU dann ihren Forschungsetat kürzen, um das zu bezahlen?“ Sandra klein von der FDP nannte die Straßenbahn eine ökologisch und ökonomisch schlechte Lösung und sprach sich für billigere Alternativen aus wie Ausbau des Radwegenetzes.

Alle Änderungsanträge scheiterten; mit der Koalitionsmehrheit und einer Stimme von Uffbasse fasste das Parlament den Grundsatzbeschluss für den Straßenbahnabzweig zur Lichtwiese. Die Straßenbahn könnte nach Angaben der Dadina, wenn alles gut klappt, frühestens ab Dezember 2017 fahren.

TU-Kanzler Manfred Efinger sprach am Freitag von „einem wichtigen und mutigen Schritt der Wissenschaftsstadt Darmstadt und einem wichtigen Baustein für den Campus Lichtwiese“.

 

Artikel Text Laenge: 4059

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  • 28. Juni 2013
  • Von hap
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