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14. Dezember 2009  |  mara

Der Medizinball und die Raumkrümmung

Astronomie: Anschauungsunterricht über das All im Ernst-Ludwig-Saal in Eberstadt

,,Was ist das Universum? Wie entstand es? Wie wird es sich entwickeln? Und warum ist es nachts eigentlich dunkel?" Diesen Fragen widmete sich der Multimedia-Vortragsabend ,,Zu den Grenzen von Raum und Zeit", den die Arbeitsgemeinschaft für Astronomie und Weltraumtechnik Darmstadt (AAW) am Samstag im Eberstädter Ernst-Ludwig-Saal veranstaltete.

,,Das Thema interessiert", bemerkt Michael Luft mit Blick auf die sich füllenden Reihen zufrieden. Tatsächlich haben sich zu Beginn der Veranstaltung gut 120 Zuhörer eingefunden. Luft ist Mitglied der AAW und einer von zwei Referenten des Abends.

In seinem Vortrag bringt er dem Publikum das ,,Olberssche Paradoxon" näher, das auf den deutschen Astronomen Heinrich Wilhelm Obers zurückgeht. Es beschreibt den Widerspruch zwischen der Erwartung eines vom Licht der Sterne erhellten Nachthimmels und dessen dunkler Erscheinung.

Wenn das Universum unendlich ist und das Licht der Sterne unbegrenzt Zeit hat, zur Erde zu gelangen, nahm Olbers an, dürfte es auf ihr niemals dunkel werden. Mittlerweile ist die Annahme eines unendlich großen sichtbaren Kosmos mit einer unendlichen Zahl von Sternen widerlegt und somit das Paradoxon aufgehoben.

Als zweiter Redner steht Rainer Kresken vom European Space Operations Center (Esoc) auf dem Programm. In seiner Präsentation legt Kresken die Grundlagen für die Urknalltheorie dar. Diese geht davon aus, dass vor knapp 14 Milliarden Jahren Materie, Raum und Zeit entstanden sind und sich das Universum permanent ausdehnt.

Dabei gelangt der unbedarfte Zuhörer zwar zuweilen an seine mentalen Grenzen, wird von Kresken jedoch umgehend beruhigt: ,,Das ist ganz normal, dass Sie sich das nicht vorstellen können!" Zudem weiß der Referent, der Vorstellungskraft auf die Sprünge zu helfen: anhand eines Medizinballs veranschaulicht er die Raumkrümmung; zwei Luftballons, die aufgeblasen werden, stehen für das sich ausdehnende Universum.

Die Arbeitsgemeinschaft kann aber auch noch anschaulicher: Der Vorsitzende Gunnar Glitscher lädt zu den Beobachtungsabenden der AAW auf dem Vereinsgelände am Mühltahlbad in Eberstadt ein. Am Silvesterabend ab 19 Uhr wird dort die partielle Mondfinsternis beobachtet.

Die Grenzen von Raum und Zeit wird man dabei zwar nicht ausloten können, wohl aber dem Rat folgen, den Michael Luft dem Publikum mit auf den Nachhauseweg gibt: ,,Den Himmel einfach mal bewusst betrachten."


 
 


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