An diesem Wochenende endete das Internationale Darmstädter Jugendcamp des Hilfswerks der Deutschen Lions. „Das Besondere war die bunte Mischung“, fand Camp-Organisator Harald Dauth. Die 24 jugendlichen Teilnehmer kamen aus 16 Ländern von Kanada über Israel und Estland bis zur Mongolei.
Die Idee hinter den weltweit ausgerichteten Camps sei, dass man sich besser verstehe, wenn man auch Menschen aus den verschiedenen Ländern kenne, sagte Dauth, während der Farewell-Party in der Geibelschen Schmiede in Eberstadt. Verständigung unter den Völkern und für eine bürgerliche, kulturelle und soziale Entwicklung der Gesellschaft einzutreten, seien Ziele von Lions International.
„Die Teilnehmer müssen keine Lions-Mitglieder oder deren Kinder sein“, erklärte der Ingenieur die Teilnahmemöglichkeiten. Jeder könne sich anmelden, wenn es ein lokaler Lions Club unterstütze. „Die Reise müssen die Teilnehmer selbst bezahlen“, erläuterte Camp-Director Dauth, für die zweiwöchige Unterkunft vor Ort sorgten der Club und die Gastfamilien. Eine Woche lebten die Jugendlichen in Familien, eine Woche mit Betreuern in der Darmstädter Jugendherberge; Campsprache war Englisch.
Kristin Jänes (15) und Hanna-Liina Tirgo (16) waren aus Estland gekommen. Ein paar Vorstellungen über Deutschland korrigierten sie in der Zeit. „Ich hatte erwartet, dass die Deutschen Berge von Fleisch essen“, sagte Kristin. Aber es stellte sich heraus, dass dies ein Gerücht war und es in ihrer Gastfamilie auch vegetarische Gerichte gab.
„Ein Junge hatte uns erzählt, die Deutschen würden Bier wie Wasser trinken“, berichtete Hanna-Liina. Auch das habe sich glücklicherweise nicht bestätigt. Der deutsche Sommer ist für die Schülerinnen jedenfalls recht warm. Besonders beeindruckt waren die beiden von einer Fahrt auf der Autobahn. „Ihr habt kein Tempolimit, in Estland gilt Tempo 100“, denken sie fast noch immer atemlos an eine Fahrt mit 200 Stundenkilometer zurück.
Zur Vorbereitung war eine geschlossene Facebook-Gruppe der Teilnehmer eingerichtet worden. So hatten die jungen Leute schon einen Eindruck, bevor man sich in Deutschland traf. Auf dem Programm standen neben Familienleben unter anderem ein Kletterwaldbesuch, der Frankfurter Flughafen, die Redaktion der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, die Veste Otzberg, Heidelberg und die Mathildenhöhe.
Aber damit könne man nur Impulse setzen, räumte Harald Dauth ein. Es seien nun mal junge Menschen. Entsprechend gut kamen auch ganz andere Dinge an wie etwa bei den Estinnen die Starbucks-Kaffeehäuser und die Subway-Schnellrestaurants, die es in Estland noch nicht gibt – oder das Weiterstädter Einkaufszentrum Loop 5.
Reisesouvenirs für die Verwandtschaft müssten sie aber keine mitbringen, sagen die Mädchen, sie hätten Postkarten geschrieben. Postkarten, ist das nicht altmodisch? Nein, sagen sie. „Old is new.“
Ausflüge, Kultur – und shoppen im Loop 5
Jugendcamp – Lions Club organisiert Urlaub für 24 junge Leute aus 16 Ländern
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