Rauch quillt aus einem Geschäft im Untergeschoss des Einkaufszentrums „Loop 5“ in Weiterstadt. Die Sirnen heulen laut. Mehrere verletzte Personen liegen in einem Laden, im Treppenhaus und in einem Technikraum. Die Verletzten haben Verbrennungen zweiten und dritten Grades, Rauchgasvergiftungen, stehen unter Schock oder sind bewusstlos.
Das Szenario ist eine Übung für Feuerwehren und Rettungsdienste, die Erste dieser Größe seit der Eröffnung 2009. Eine Übung wie am Dienstag „fordere der Kreisbrandinspektor in regelmäßigen Abständen“, wie der Technische Leiter des „Loop 5“, Norbert Bergdoll, erklärte.
Elf Freiwillige zwischen 14 und 38 Jahren, alle Mitglieder der Feuerwehren aus Bickenbach und Arheilgen, waren im Vorfeld als vermeintliche Verletzte engagiert und geschminkt worden, „um das Szenario so realistisch wie möglich wirken zu lassen“, sagt Bergdoll.
Bei der Übung am Dienstagabend wurde durch spezielle Maschinen Rauch entwickelt, welcher den Alarm um 19.55 Uhr auslöste. Dieser geht automatisch bei der Feuerwehr ein. Zudem wurde ein Feuermelder im Parkhaus eingeschlagen.
Bis zum Eintreffen am „Loop 5“ wussten die Einsatzkräfte nicht, dass es sich um eine Übung handelte, wie Horst Kuhnke, Pressesprecher des Kreisfeuerwehrverbands Darmstadt-Dieburg, gegenüber dem ECHO sagte: „Uns wurde ein bestätigtes Feuer gemeldet.“ Beim „Loop 5“ handle es sich zudem um einen Sonderalarmplan, da das Zentrum sehr groß sei. Wie Center-Manager Heiner Hutmacher erklärte, seinen um diese Uhrzeit rund 1000 Kunden und 400 Angestellte im „Loop 5“. Eine Räumung des gesamtes Gebäudes war allerdings nicht erforderlich, wie Michael Fischer, stellvertretender Stadtbrandinspektor der Freiwilligen Feuerwehr Weiterstadt, erklärte: „Da das betroffene Geschäft nach innen geschlossen war und kein Rauch zu den anderen Läden gelangen konnte, haben wir nicht geräumt. Das haben wir aber nur getan, weil es eine Übung war. Bei einem echten Brand wäre evakuiert worden.“
Rund 100 Einsatzkräfte rückten mit 35 Einsatzfahrzeugen an. Gekommen sind neben den Notärzten und Sanitätern die Freiwilligen Feuerwehren aus Weiterstadt, Pfungstadt und Erzhausen.Mehrere Feuerwehrleute in Atemschutzausrüstung drangen in den betroffenen Gebäudeteil vor, um die Verletzten zu retten. Vor dem Parkhaus wurden Sammelplätze für verletzte Personen eingerichtet. „Im Ernstfall würde hier der Notarzt die Verletzten Erstversorgen und entscheiden, in welche Krankenhäuser sie gebracht werden“ erklärt Kuhnke.
Gegen 21.30 Uhr war die Übung beendet, alle Verletzten wurden gerettet und die Brandquelle beseitigt. „Die Erstmaßnahmen sind gut gelaufen. Wäre das ein echter Einsatz gewesen, wäre alles erfolgreich verlaufen“ sagte Einsatzleiter Christopher Michna.



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