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„Russenbau“ gewinnt sein Flair zurück

Schloss Heiligenberg – Stiftung und Verschönerungsverein Jugenheim suchen Zeugnisse des 19. Jahrhunderts

Im „Russenbau“ auf Schloss Heiligenberg bei Jugenheim soll eine Ausstellung zur Geschichte der historischen Anlage entstehen. Die Außenfassade ist seit Kurzem wieder in ihrem Originalzustand von 1875 zu sehen.
JUGENHEIM.
Fachwerk und Klinker sind am „Russenbau“ zum Vorschein gekommen und restauriert worden. Der Dienstbotenbau neben Schloss Heiligenberg wartet noch auf neue Fenster und den Ausbau der Innenräume zu einem Informationszentrum.  Foto: Andre Hirtz
Fachwerk und Klinker sind am „Russenbau“ zum Vorschein gekommen und restauriert worden. Der Dienstbotenbau neben Schloss Heiligenberg wartet noch auf neue Fenster und den Ausbau der Innenräume zu einem Informationszentrum. Foto: Andre Hirtz


Nach umfangreichen Restaurierungsarbeiten ist das mit Balken versehene Sichtmauerwerk des „Russenbaus“ am Schloss Heiligenberg in Jugenheim wieder zu sehen. Dort wollen die Stiftung Heiligenberg gemeinsam mit dem Verkehrs- und Verschönerungsverein Jugenheim ein Informations- und Dokumentationszentrum zur Geschichte von Schloss Heiligenberg einrichten.
„Jetzt ist wieder der ursprüngliche Zustand hergestellt“, sagt Joachim Horn. Nach einer dendrochronologischen Untersuchung des Landesamts für Denkmalpflege soll das Gebäude neben dem Schloss um 1827 entstanden sein. „Den Kniestock hat man 1875 aufgesetzt“, sagt der Vorsitzende des Stiftungsbeirats.
Nachdem nun die Außenfassade fertiggestellt wurde, sollen noch vor Wintereinbruch auch die Arbeiten im Innern des ehemaligen Dienstbotenhauses der Zarenfamilie abgeschlossen werden. Das Informationszentrum zur Geschichte des Heiligenbergs soll im Sommer 2013 eröffnet werden.
In diesem soll es vor allem um die Personen gehen, die mit Schloss Heiligenberg in Verbindung gebracht werden. „Vor allem Persönlichkeiten wie Großherzogin Wilhelmine, Prinz Alexander von Hessen und Prinzessin Julie sollen hier vorgestellt werden“, erzählt Horn. „Von hier aus sollen die Besucher sich den Heiligenberg erschließen.“ Mit der Ausstellung wollen die Mitglieder des Stiftungsbeirats und der Verkehrs- und Verschönerungsverein Jugenheim auch darauf aufmerksam machen, welche Stellung das Schloss und damit die frühere Gemeinde Jugenheim einnahm. „Auf Schloss Heiligenberg haben sozusagen die G 20-Gipfel des 19. Jahrhunderts stattgefunden“, sagt Horn. Um diese Bedeutung für die europäische Diplomatie herauszuarbeiten, haben sich Mitglieder des Verschönerungsvereins und des Stiftungsbeirats auf die Suche nach Zeugnissen des 19. Jahrhunderts gemacht.
„Wir haben Bilder in alten Familienarchiven aus England entdeckt“, berichtet der Vorsitzende des Verschönerungsvereins Ekkehart Seitz. Im Weihnachtsbrief des Vereins will Seitz Bürger der Gemeinde auffordern, auf ihren Dachböden nach Überbleibseln aus der Zeit zu suchen, in der noch Adlige auf dem Heiligenberg wohnten.
Viele Schriftstücke, Bilder und Kartenmaterial sind bereits zusammengetragen worden. Eine Karte von 1818 zeigt zum Beispiel, dass das Schloss früher ein Wirtschaftsbetrieb war. „Der ganze Raum rund um das Schloss war Nutzgelände“, sagt Veronika Schlüter. Die Literaturwissenschaftlerin kümmert sich um das Archiv der Stiftung Heiligenberg. Auf der Kopie der Karte, die vor drei Jahren im Alten Rathaus entdeckt wurde, sind Weinberge, Obsthaine und Felder erkennbar. „Das war hier früher nicht nur ein Lustschloss, sondern auch ein Gutshof“, meint Schlüter.
An solchen Zeugnissen sind die Kuratoren der Ausstellung interessiert. Der Heiligenberg solle auch zu einem Ausflugsziel für internationale Touristen werden. „Schloss Heiligenberg hatte schon immer eine europäische Dimension“, sagt Horn.

 

Artikel Text Laenge: 3028

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  • 26. Oktober 2012
  • Von Sebastian Hanisch
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