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06. Dezember 2011  | Von Matthias Voigt

Der größte Gladbach-Fanclub der Welt

Fussball – : Die „Odenwälder Fohlen“ sind vernarrt in die Borussia und zählen 500 Mitglieder – Hans Meyer in Reinheim

Kulttrainer Hans Meyer (links) bei der Weihnachtsfeier der „Odenwälder Fohlen“  im Reinheimer Volkshaus. Rechts neben ihm Fanclub-Vorsitzender Frank Landzettel. Foto: Karl-Heinz Bärtl
| Vergrößern | Kulttrainer Hans Meyer (links) bei der Weihnachtsfeier der „Odenwälder Fohlen“ im Reinheimer Volkshaus. Rechts neben ihm Fanclub-Vorsitzender Frank Landzettel. Foto: Karl-Heinz Bärtl
REINHEIM. 


Frank Landzettel ist bester Laune. Seine große Liebe eilt seit Monaten von Erfolg zu Erfolg, schwebt auf Wolke sieben, oder besser: auf Platz drei der Bundesligatabelle. Denn die Liebe heißt Borussia Mönchengladbach. Und die steht so gut da wie seit den glorreichen siebziger Jahren nicht mehr. Seine Freude teilt der Roßdörfer mit 500 Gladbach-Anhängern, die sich im Fanclub „Odenwälder Fohlen“ zusammengeschlossen haben.
Mehr als 700 Fanclubs zählt der Traditionsverein vom Niederrhein. „Aber wir sind der größte auf der ganzen Welt“, sagt Landzettel. „Und das, obwohl wir hier 300 Kilometer entfernt sind.“ Vor wenigen Tagen nahmen die Fußballfans das 500. Mitglied in ihre Reihen auf.

Kontakt

Im Internet ist der Fanclub unter www.odenwaelder-fohlen.de zu erreichen.


Bei der Borussia und ihren Anhängern läuft es derzeit. Doch unter den Sympathisanten befinden sich „nur wenige Erfolgsfans“, sagt Landzettel. Denn die Mitgliederzahlen „sind in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen“. Auch in der vergangenen Spielzeit, als die Borussia erst in letzter Sekunde den Klassenerhalt sichern konnte. „Da haben viele gesagt: Jetzt erst recht, ich will bei euch Mitglied werden.“
Die „Odenwälder Fohlen“ gründeten sich im August 2002. Der Kern ihrer Mitglieder kommt aus dem Odenwald, viele auch aus Reinheim. Das Einzugsgebiet ist relativ groß. „Ein Mitglied wohnt sogar in Australien“, sagt Landzettel. Ihr stetiger Mitgliederzuwachs habe mehrere Gründe, sagt der Vorsitzende. „Mit Pyrotechnik und Krawall haben wir nichts am Hut.“ Die Fans seien friedlich, wollten Spaß am Spiel und mit der Borussia mitfiebern. Im Fanclub seien mittlerweile auch viele Frauen.
Mitglied bei den „Odenwälder Fohlen“ zu sein, biete viele Vorteile: Als größter Fanclub gebe es bei Kartenanfragen für Spiele im Stadion des Bundesligisten, dem Borussia-Park, wenig Probleme. Ein entsprechendes Kartenkontingent werde zügig zugewiesen, dann innerhalb des Fanclubs verteilt.
Zu den Spielen fahren die Südhessen mit einem Bus und teilen sich die Kosten. „Unser Busfahrer ist mittlerweile auch Mitglied im Fanclub“, sagt Landzettel. Gute und lautstarke Stimmung ist da bereits vor dem Anpfiff garantiert. Im Stadion machen die „Odenwälder Fohlen“ mit einer eigenen Fahne auf sich aufmerksam.
Was sie von anderen Fanclubs unterscheidet, ist ihr Clubraum. Unterm Dach der Bauernstube im Groß-Bieberauer Ortsteil Hippelsbach schauen sich die Fußballanhänger auf einer Großleinwand jedes Spiel ihrer Borussia an. An den Kühlschränken prangt das Vereinsemblem.
Großen Wert legen die Vorsitzenden auf die Gemeinschaft innerhalb des Fanclubs. Deshalb veranstalten die „Fohlen“ jedes Jahr ein Sommerfest und ein Weihnachtsfest. Am Sonntag trafen sich die Vereinsmitglieder im Reinheimer Volkshaus. Als Ehrengast kam Hans Meyer vorbei, „unser Gladbacher Kulttrainer“. Meyer, der die Borussia zuletzt 2009 trainierte und seit wenigen Monaten ins Präsidium aufgerückt ist, ist auch Ehrenmitglied bei den „Odenwälder Fohlen“. Bei der Weihnachtsfeier fühlte sich Meyer wohl, machte einige selbstironische Witze und diskutierte mit den Fans über die aktuelle Saison.

 
 


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