Dass man auch mit einem Hauptschulabschluss nicht nur „kleine Brötchen backen muss“, machte der stellvertretende Innungsobermeister der Bäckerinnung, Jürgen Kreher vor Schülern von achten Hauptschulklassen an der Schule auf der Aue in Münster deutlich.
„Wenn ein Lehrling pünktlich, arbeits- und lernwillig ist, muss er nicht ein erstklassiges Zeugnis vorlegen“, meinte Kreher, der aus Münster stammt und in Eppertshausen seit einigen Jahren eine eigene Bäckerei betreibt.
Bereits seit 17 Jahren bildet Kreher nach eigenen Angaben aus und hat auch mit sogenannten Problemfällen von Auszubildenden gute Erfahrungen gemacht, wie er sagt. Er selbst sei nicht gerade ein guter Schüler gewesen, habe es aber aus der Hauptschule heraus zum Meister und zum Chef im eigenen Betrieb gebracht, machte er den Hauptschülern Mut.
Auf Einladung der in der Hauptschule für Arbeitslehre zuständigen Lehrerinnen Marion Betz und Uli Schneider war er in die Schule gekommen, um das Berufsbild des Bäckers in Wort und Bild vorzustellen. 35 Schüler hörten aufmerksam zu, stellten schließlich vereinzelt auch Fragen, wie etwa nach einem Praktikum.
Marion Betz teilte mit, dass jeder Schüler in den Praktika in drei verschiedene Berufe Einblick bekomme, um so vielleicht fit für einen Berufsweg zu werden. Auch würden immer wieder Betriebe besucht. Demnächst stehe ein Besuch bei einem Automotive-Betrieb in Gundernhausen und ein weiterer im Berufs-Infozentrum Darmstadt auf dem Programm. Auch Realschüler müssten immer wieder Einblick in das reale Berufsleben nehmen.
Während der Präsentation zog der Duft von frischem Gebäck aus der Schulmensa durch den Raum. Bei der Gelegenheit konnte Jürgen Kreher auch an die auf die Ausbildungsmöglichkeiten zur Fachverkäuferin im Bäckerladen verweisen.
Der stellvertretende Obermeister lobte abschließend die Ruhe und Disziplin bei den Hauptschülern während seines Vortrags. Er habe schon anderes erlebt, meinte er.
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