NIEDER-RAMSTADT.
Eine 329 000 Euro teure Maßanfertigung steht seit neuestem im Feuerwehrgerätehaus in Nieder-Ramstadt: das neue Hilfeleistungs-Löschgruppen-Fahrzeug (HLF) vom Typ 20/16. Bürgermeisterin Astrid Mannes hat als Dienstherrin der kommunalen Feuerwehr das neue Fahrzeug der Nieder-Ramstädter Wehr übergeben. Rund 100 Gäste waren ins Feuerwehrgerätehaus in der Nieder-
Beerbacher Straße gekommen. Das Fahrzeug, dessen Aufbau bei der Firma Rosenbauer in Österreich erstellt wurde, ersetzt ihren Vorgänger des Typs LF 16, der nach 27 Jahren ausrangiert wird. Angesichts des hohen Preises sagte Astrid Mannes, das Fahrzeug sei eine »Notwendigkeit, für die jeder Betroffene im Notfall dankbar ist«. Das neue Feuerwehrauto entspreche den Anforderungen, die mit dem Bau des Lohbergtunnels in Nieder-Ramstadt gestiegen seien. Auch Kritik an der »viel zu hohen Ausstattung der Feuerwehr«, die in der Gemeindevertretung laut geworden war, wies sie zurück. Es handele sich nicht um eine »Luxusausstattung, sondern um eine Notwendigkeit«. Das Land Hessen hat einen Zuschuss von 67 500 Euro beigesteuert. 15 000 Euro stammen vom Feuerwehrverein Nieder-Ramstadt. Gemeindebrandinspektor Thomas Göbel dankte der Gemeinde Mühltal, die »trotz finanzieller Engpässe erhebliche Mittel aufgewendet« habe, sowie dem Land Hessen und dem Feuerwehrverein »stellvertretend für alle Mitbürger«. Für ständig expandierende Einsätze sei eine angepasste Ausrüstung notwendig geworden. »Jeder Euro ist eine Investition in in Not geratene Mitmenschen«, so Göbel. Für mögliche Einsätze im Lohbergtunnel sei unter anderem eine spezielle Atemschutzausrüstung erforderlich, mit der das neue Fahrzeug bestückt ist. Bereits 2005, lange vor der Inbetriebnahme des Tunnels im Juni 2007, sei der Antrag auf ein neues Fahrzeug gestellt worden. Mit der Einführung der Doppik im Haushalt der Kommune habe sich die Anschaffung nochmals verzögert, beschrieb Göbel den »Leidensweg«. Im März vorigen Jahres wurde europaweit ausgeschrieben. Jetzt sei der »unerfüllte Traum Rosenbauer« wahrgeworden. So beschrieb es Ludwig Simmermacher, der ehemalige Nieder-Ramstädter Wehrführer, in seiner »Abschiedsrede« für das alte Fahrzeug. Simmermacher lobte das neue Fahrzeug als »das Beste, was es zur Zeit gibt«. Er verglich die Situation der Ausstattung der Feuerwehr in den vergangenen 30 Jahren anschaulich mit der heutigen, berichtete von Einsätzen etwa bei einem früheren Brand im Bodelschwingh-Haus der Nieder-Ramstädter Diakonie sowie beim Sturm »Wiebke« 1990. Der ehemalige Wehrführer mahnte jedoch auch, dass man sich bei Feuerwehrleuten heute stärker um die psychologische Nachbearbeitung von Einsätzen kümmern müsse, denn »dafür gibt es keine Schutzausrüstung«. Der Nieder-Ramstädter Wehrführer Tim Lauer erläuterte die technische Ausstattung des neuen Fahrzeuges, die ein Arbeitskreis zuvor geplant hatte. Er hob besonders etwa die für den Lohbergtunnel erforderlichen Langzeit-Atemschutzgeräte, die Lichtreserven für 70 Minuten und die neuen Chemikalienschutzanzüge hervor.Besser gerüstet für Einsätze im Lohbergtunnel
Feuerwehr: In Nieder-Ramstadt steht seit dem Wochenende ein maßgeschneidertes Fahrzeug für 329 000 Euro bereit
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