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Boom der Pflegeheime bereitet Landkreis Darmstadt-Dieburg Sorgen

Senioren: Derzeit entstehen landauf, landab neue Häuser – Kreis sieht hohe Lasten auf sich und Kommunen zukommen

Im Landkreis Darmstadt-Dieburg wird mit einem starken Zuwachs an stationären Altenpflegeeinrichtungen gerechnet. Darauf weist Kreis-Sozialdezernentin Rosemarie Lück auch mit etwas Sorge hin, denn es geht dabei auch um damit verbundene hohe Ausgaben für die Kreiskasse.
DARMSTADT-DIEBURG.
Als Entwurf gibt es das neue Pflegeheim in Dieburg bereits, betreut von der Evangelischen Kirche. Zum Jahreswechsel sollen die ersten  Bewohner einziehen können. Die Ansicht zeigt die Rückseite des Gebäudekomplexes. Derzeit entstehen viele neue Häuser im Landkreis. Archivfoto: Mission Leben
Als Entwurf gibt es das neue Pflegeheim in Dieburg bereits, betreut von der Evangelischen Kirche. Zum Jahreswechsel sollen die ersten Bewohner einziehen können. Die Ansicht zeigt die Rückseite des Gebäudekomplexes. Derzeit entstehen viele neue Häuser im Landkreis. Archivfoto: Mission Leben

Im Landkreis Darmstadt-Dieburg wird mit einem starken Zuwachs an stationären Altenpflegeeinrichtungen gerechnet. Darauf weist Kreis-Sozialdezernentin Rosemarie Lück auch mit etwas Sorge hin. Der Kreis-Ausschuss für Gleichstellung, Generationen und Soziales wird sich in seiner nächsten Sitzung am Mittwoch (26.) mit dem Thema befassen, denn es geht dabei auch um damit verbundene hohe Ausgaben für die Kreiskasse.
Rosemarie Lück: „Die geplanten und teilweise schon im Bau befindlichen Einrichtungen werden vor allem zu einem drastischen Anstieg an vollstationären Heimpflegeplätzen führen.“ Zwar seien Städte und Landkreise aufgefordert, mit anderen Akteuren eine ortsnahe und aufeinander abgestimmte ambulante und stationäre Pflege zu gewährleisten. Rechtlich wirksame Steuerungsmöglichkeiten auf der Basis einer Bedarfsplanung (Altenplan des Landkreises) gebe es jedoch nur bei Bauvorhaben, die im Rahmen der Investitionsförderung des Landes Zuschüsse in Anspruch nehmen, erläutert die Dezernentin.

Das Land sehe als Richtwert 25 Plätze auf 1000 Einwohner im Alter von 65 und mehr Jahren vor. Nach der Förderverordnung sollen Einrichtungen mit mehr als 100 Plätzen möglichst vermieden werden.
Der Altenplan, den Darmstadt-Dieburg 2009 aufgestellt hat, weist für den Westkreis schon jetzt deutliche Überhänge an stationären Plätzen aus, die in den kommenden Jahren massiv zunehmen werden, so Lück. Im Ostkreis werde der Bedarf gedeckt werden. „Auch dort werden aber, falls alle geplanten Einrichtungen realisiert werden, Überkapazitäten entstehen“, befürchtet Lück.
Daneben sei „für unseren Landkreis davon auszugehen, dass auch künftig ein deutlich erkennbarer Bedarf an Tagespflege, Kurzzeitpflege und Betreutem Wohnen bestehen wird. Darüber hinaus werden auch weiterhin spezielle stationäre Angebote wie Hausgemeinschaften und Wohngruppenkonzepte für die wachsende Zahl von Menschen mit Demenzerkrankung fehlen“.
Insgesamt befürchtet die Sozialdezernentin, dass das bisherige „West-Ost-Gefälle“ bei der Versorgung mit stationären Pflegeplätzen sich zum Nachteil des Ostkreises verschärfen wird.
Zudem drohe sich die bislang günstige Relation zwischen häuslichen und stationären Pflegearrangements drastisch zugunsten der stationären Pflege zu verschieben. Ferner drohe den Heimen ein Verdrängungswettbewerb mit möglichen Insolvenzen. Zeitgleich werde der Wettbewerb um Pflegefachkräfte zunehmen, möglicherweise verbunden mit der Forderungen nach einer Senkung der Fachkraftquote.
In der „Hilfe zur Pflege“, so Lück, stehe ein enormer Kostenanstieg bevor. So gibt es in Darmstadt-Dieburg aktuell in 22 Einrichtungen der vollstationären Dauerpflege insgesamt 1426 Pflegeplätze. Durch die derzeit in Planung oder kurz vor Fertigstellung stehenden neuen Einrichtungen sei zu erwarten, dass sich die Anzahl der Pflegeplätze dort bis auf 2399 Plätze erhöht. Hierbei sei ein Bereinigungseffekt durch den Verdrängungswettbewerb nicht berücksichtigt. „Dieser Zuwachs an Heimpflegeplätzen wird sich auf die Finanzsituation Darmstadt-Dieburgs in steigenden Ausgaben niederschlagen“, kündigt Lück an.
Aktuell seien es 238 Menschen im Kreis und 167 Menschen außerhalb des Landkreises, die in Einrichtungen aus Mitteln der Sozialhilfe unterstützt werden. Im Landkreis Darmstadt Dieburg betrage somit der Anteil der aus Sozialhilfe unterstützten Pflegeplätze 16,69 Prozent. Nach Ausbau der Pflegeplätze auf 2399 Plätze rechnet Lück mit insgesamt 567 Sozialhilfeempfängern in Heimen.
Vize-Landrätin Lück: „Dadurch ist mit einer Ausgabensteigerung des Kreises von derzeit jährlich 4,35 Millionen auf künftig 6,1 Millionen Euro zu rechnen, die im Rahmen der Kreisumlage von den Kommunen zu tragen sein wird.“

Ein Kommentar dazu lesen Sie am Freitag im Landkreis-Teil des Darmstädter ECHOs.

Dateiname : Übersicht Pflegeeinrichtungen im Landkreis
Dateigröße : 287.53 KBytes.
Datum : 20.10.2011 15:19
Download : Hier herunterladen
Übersicht Pflegeeinrichtungen im Landkreis
 

Artikel Text Laenge: 3946

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  • 20. Oktober 2011
  • Von rj
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